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Berthold Schweers, Geschäftsführer des Caritasverbands Lüneburg, ist in diesem Jahr Vorsitzender des Guten Nachbarn. Foto: t&w

Not herrscht im gesamten Jahr

Lüneburg. Schon seit 1958 unterstützt die Spendenaktion „Guter Nachbar“ unverschuldet in Not geratene Menschen in allen erdenklichen Lebenslagen. Rund 100.000 Euro haben die fünf beteiligten Verbände der freien Wohlfahrtspflege Jahr für Jahr zur Verfügung, um Gutes zu tun.

Ein Problem, so Berthold Schweers, Geschäftsführer des Lüneburger Caritasverbands und zurzeit für ein Jahr Vorsitzender des Guten Nachbarn: „Der große Batzen, etwa 70 bis 80 Prozent des Betrags, kommen innerhalb von sechs Wochen, von Ende November bis Anfang des Folgejahres, herein“. In den folgenden Monaten könne das zur Verfügung stehende Geld dann knapp werden – etwa zur Zeit der Einschulung, eine der Zeiten, in der besonders viele Bedürftige in die Beratungen kommen.

Nachbar zahlt selten den kompletten Betrag

„Wir freuen uns über die tollen Aktionen und über die unzähligen großzügigen Spenden, die in der Zeit um Weihnachten bei uns ankommen“, sagt Berthold Schweers, der seit 1992 bei der Caritas arbeitet und seitdem auch mit der Aktion „Guter Nachbar“ zu tun hat.

Schön wäre es aber auch, so Schweers weiter, wenn noch mehr Menschen auch in den übrigen Monaten an den Guten Nachbarn und an Menschen in Not denken. Dabei gebe es doch auch unter dem Jahr viele Gelegenheiten zum Spenden, etwa zu runden Geburtstagen oder bei Firmenjubiläen, regt er an.

Das gespendete Geld sei gut angelegt, sagt Schweers, der versichert, wie sorgsam damit umgegangen werde: „Wenn Bedürftige zu uns kommen, prüfen wir generell zuerst, ob Ansprüche aus staatlichen Leistungen, etwa Wohngeld oder Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket, geltend gemacht werden können.“

Und auch, wenn dann der Gute Nachbar eine Leistung gewährt, etwa für eine Waschmaschine, weil die alte nicht zu reparieren ist, laute die Frage immer: „Wie viel können Sie dazu geben?“ Es gebe in der Regel keinen Fall, bei dem der Gute Nachbar den kompletten Betrag gibt, versichert Berthold Schweers.

Ein typischer Fall, wie der Gute Nachbar helfen kann

Er nennt ein Beispiel – den Fall einer Familie mit zwei Kindern: Die hatte von ihrem Vermieter eine Nebenkostenabrechnung bekommen, die weitaus höher ausfiel als vorhergesagt. Schweers: „Durch die Prüfung der Verdienstunterlagen der Eheleute war schnell klar, dass hier ein Wohngeldanspruch der Familie vorliegt.“ Über eine solche Hilfeleistung des Staates hatten die Eheleute nie nachgedacht.

Der Antrag wurde genehmigt, durch das Wohngeld verfügt die Familie nun über knapp 100 Euro mehr im Monat, sodass künftige Nebenkosten leichter beglichen werden können. Darüber hinaus vereinbarte die Caritas mit dem Vermieter eine Ratenzahlung für die ausstehenden Nebenkosten. Der Gute Nachbar legte noch einmal 150 Euro direkt an den Vermieter und 50 Euro, die über die Familie an den Vermieter gingen, obendrauf, sodass die Familie anschließend ihren Verpflichtungen nachkommen konnte. Berthold Schweers: „Ein typischer Fall, wie der Gute Nachbar helfen kann.“

Neben dem Caritasverband gehören das Deutsche Rote Kreuz, das Diakonische Werk, der Paritätische, die Arbeiterwohlfahrt und die Landeszeitung dem Guten Nachbarn an.

Von Ingo Petersen

Dank an Spender

Viele Helfer in der Not

Sie haben bereits gespendet (wenn kein Ort angegeben ist, wurde dieser vom Spender nicht benannt oder es ist Lüneburg): Marion Müller (20 Euro), Gudrun Franke (20), Martin Schreiber (50), Angelika Kunkel-Degele (50), Ruth Lau (50), Erk Jessen (Barendorf/25), Jan Meyer (30), Klaus und Ingetraud Hübner (30), Irene Detje (30), Hannelore Hagemeister (30), Thomas Heller (40), Dorothea Lange (50), Margund Dützmann (50), Petra und Dr. Wilke Grieb (50), Siegfried Stiege (50), Helmut Wukasch (50) und Anja Gogolin-Wildner (100), Brigitte Stutzer (100), Peter Kröger (200), Heribert Gondert (Amelinghausen/250), Hans und Rosa Cyll (30), Margret Lesch (30), Familie Cohrs (Südergellersen/50), Sabine Ute Schweer (50), Carola Henke (100), Erwin Gramatzki (100), Arthur Meyer (100), Jürgen und Dagmar Ebel (100), Doris Tucking (200), Karin Kunstorf (Scharnebeck/20), Karl-Heinz und Hildegard Dechow (20), Irmgard Schmidt (20), Brigitte Thomas (30), May Pause (30), Ilse Schulz (50), Werner Harder (50), Annelie Gerhus (50), Gisela Reinhardt (50), Helga und Wolf-Dieter Stengel (55), Christina Fritzsche (25), Nicola Brinkmann (200), Matthias und Silke Pyroth (100), Wolfgang Schäfer (200), Udo und Martina Bachsmann (Wendisch-Evern/1000), Henning Carstens (100), Dorit Baumeister (50) und Klaus-Dieter Nowas (Adendorf/100).