Dienstag , 17. September 2019
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Jürgen Krumböhmer ist nicht weiter Leiter des Projektes Arena Lüneburger Land. (Foto: t&w)

Landrat entbindet Kreisrat von Arena-Projektleitung

Lüneburg. Die jüngsten Turbulenzen um die Arena Lüneburger Land haben nun auch personelle Konsequenzen: Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer gibt die Projektleitung ab, stattdessen übernehmen Kreisrätin Sigrid Vossers und Service-Bereichsleiter Hans-Richard Maul für den Kreis das Management des inzwischen knapp 25,8 Millionen Euro teuren Projekts. Das teilte Landrat Manfred Nahrstedt gestern auf LZ-Anfrage mit.

„Herr Krumböhmer hat Anfang der Woche angeboten, ihn von der Projektleitung zu entbinden“, erklärte der Chef der Kreisverwaltung, „deshalb werde ich dem Kreisausschuss am Montag mitteilen, dass er ab dem 25. März von allen Arena-Aufgaben freigestellt ist.“ Vossers und Maul soll auch noch ein externer Jurist mit dem Schwerpunkt Vertragsrecht an die Seite gestellt werden. Während Maul die Bauarbeiten fachlich begleiten soll, wird sich Vossers um alle anderen vertraglichen Angelegenheiten kümmern. Darunter fallen der Betreibervertrag, das Verkehrsgutachten, die Parkplatzsituation und Steuerfragen.

Kreistagssitzung wird vorgezogen

Der Kreisausschuss muss in nicht-öffentlicher Sitzung entscheiden, wie es weitergeht mit dem Arena-Bau. Erst am Montag vergangener Woche hatte Nahrstedt offiziell einen weiteren Anstieg der Kosten um 6,3 auf 25,8 Millionen Euro verkündet. Teile dieses Kostenanstiegs waren der Verwaltungsspitze schon Ende November bekannt, wurden Nahrstedt zufolge jedoch „falsch eingeschätzt“. In diesem Zusammenhang hatte Krumböhmer bereits am Donnerstag vorletzte Woche Fehler eingeräumt – nun offenbar die Konsequenzen gezogen.
Im Vorfeld der Kreisausschusssitzung wies Maul noch einmal auf die finanziellen Folgen eines Baustopps hin: „In jedem Fall entstehen erhebliche Kosten.“ Erbrachte Leistungen müssten bezahlt werden, für vergebene Aufträge, die storniert werden, könnten Firmen Schadenersatz fordern. Auch der Rückbau koste Geld. Am Montag will Maul aktuelle Zahlen zum Volumen der bereits erbrachten Leistungen vorlegen.

Nach Nahrstedts Vorstellungen sollen die Arbeiten am Arena-Bau vorerst weiterlaufen. „Ich werde dem Kreisausschuss aber vorschlagen, bis zum nächsten Kreistag keine weiteren Aufträge auszuschreiben.“ Die nächste Sitzung ist für den 13. Mai geplant, soll jedoch auf Ende April vorgezogen werden. Laut Maul ergeben sich aus dem Vorschlag des Landrates keine Verzögerungen. „Die Arbeiten der bereits vergebenen Aufträge laufen noch bis in den Oktober hinein.“

Von Malte Lühr