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Ilmenau Deutsch Evern
Sensibel ist der Uferbereich der Ilmenau auch in Deutsch Evern. Diskutiert wurde im Gemeinderat jetzt über eine neue Verordnung, die der Landkreis Lüneburg erlassen will. (Foto: phs)

(K)ein Herz für Umwelt und Natur

Deutsch Evern. An Himmelfahrt und an Pfingsten bricht die Hölle los für Fauna und Flora: Denn Müll, illegale Feuerstellen und Vandalismus, verursacht durch feierwütige Ausflügler, gefährden die Tier- und Pflanzenwelt in und an der Ilmenau. Umweltschützer schlagen deshalb schon lange Alarm. Feiern auf Kosten der Natur – das will der Landkreis aber künftig verhindern. Mit einer Verordnung über den „Gemeingebrauch“ der Gewässer Luhe, Lopau – und eben auch der Ilmenau. Jetzt diskutierte der Gemeinderat Deutsch Evern während seiner jüngsten Sitzung den Verordnungs-Entwurf. Dabei überraschte vor allem die Grünen-Fraktion mit ihren Forderungen Rat und Zuhörer gleichermaßen.

Einschränkung für Kanuten stößt auf Kritik

Denn dass der Kanu-Spaß auf der Ilmenau eingeschränkt werden soll, fanden Hans-Jochim Danzenbächer und seine Fraktionskollegin Batja Schädel gar nicht gut: So wehrte sich Danzenbächer unter anderem dagegen, dass das Einsetzen und Anlanden der Boote künftig nur noch in Melbeck am Campingplatz und in Deutsch Evern an der Straßenbrücke Deutsch Evern/Melbeck möglich sein soll. Für den grünen Fraktionschef ist das eine nicht hinnehmbare Enschränkung. Genauso wenig, wie die Regelung, dass die Ilmenau künftig nur noch in der Zeit zwischen 9 Uhr und 18 Uhr befahren werden darf. „Was soll denn diese zeitliche Begrenzung?“, empörte sich Danzenbächer – „im Sommer ist es bis 22 Uhr hell“. Kritik am zeitlichen Limit übte aber auch Alexander Kaiser (UWI): „18 Uhr ist wirklich zu knapp.“

„Auch wir Menschen sind Teil des Biotops. “ – Hans-Joachim Danzenbächer , Grünen-Ratsherr

„Auch wir Menschen sind Teil des Biotops“, warb Danzenbächer weiter für eine Änderung der Regelung, die aus seiner Sicht ohnehin nur aus „Bequemlichkeit“ zum Tragen kommen solle. „Nach 18 Uhr gibt es nämlich keinen mehr, der die Aufsicht übernehmen möchte“, vermutete er.

Kontrolle durch Ranger

Argumente, die Vertreter von SPD, CDU und UWI mehr als erstaunt zur Kenntnis nahmen: „Ihre Kollegen von der grünen Kreistagsfrakton begrüßen die geplante Regelung zu 100 Prozent, und sie fordern jetzt das genaue Gegenteil…“, wunderte sich SPD-Fraktionschefin Barbara Beenen über das vermeintlich geringe Umweltbewusstsein ihrer beiden Ratskollegen. Beeindruckt zeigte sich Danzenbächer davon nicht, stellte stattdessen den Antrag, dass die Gemeinde Deutsch Evern ihre Stellungnahme zur Verordnung dahingehend formulieren soll, dass die Ein- und Austeigemöglichkeiten nach den Regeln des deutschen Kanu-Verbandes überall entlang der Ilmenau möglich sein sollen. Dieser Antrag aber fand gegen die Stimmen der Grünen keine Mehrheit. Lediglich an der Uhr wollen die Deutsch Everner drehen – die zeitliche Begrenzung von 18 auf 19 Uhr heraufgesetzt wissen. Die Einhaltung der Zeiten soll nach dem Willen des Rates dann aber auch durch Ranger kontrolliert werden.

Ohne Gegenstimme auf den Weg gebracht wurde dagegen die Aufstellung zur 1. Änderung des B-Plans „Moorfeld“. Der Grund: Südlich beziehungsweise südöstlich der Sporthalle soll der Neubau der Grundschule Deutsch Evern entstehen. Dazu aber müssen die vorhandenen Fußballfelder, Sportstätten und die Übungsflächen der Feuerwehr neu geordnet werden. Die Grundschule selbst wird dreizügig geplant. Zusätzlich ist eine Mensa vorgesehen, die zukünftig einen Ganztagsbetrieb der Grundschule gewährleisten soll (LZ berichtete).

Gemeinde beteiligt Bürger bei Standortbestimmung

Im Wesentlichen geht es jetzt also darum, den genauen Standort der Grundschule festzulegen. Soll die Schule nahe dem Grasweg oder doch bei den Parkplätzen gebaut werden? Beide Möglichkeiten sollen in einer frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung vorgestellt werden, damit sich auch Bürger Wünsche einbringen können. Danzenbächer meldete dennoch Bedenken an: „Wir haben zum Beispiel keine Informationen darüber, was mit dem SV Ilmenau vereinbart wurde“, mahnte er an.

Ebenfalls einstimmig votierte der Rat für die Anmietung einer Krippengruppe für die Gemeinde Deutsch Evern in der alten Samtgemeindeverwaltung in Melbeck. Die wird jetzt entsprechend umgebaut, die Betriebsführung der Krippe wird das DRK übernehmen.

Von Klaus Reschke