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Ausbau Schulen
An der Herderschule soll nicht nur die Aula saniert, sondern auch der Anbau der Fünftklässler erweitert werden. So sollen zusätzliche Räume für den neuen Abiturjahrgang im nächsten Jahr geschaffen werden. (Foto: be)

Stühlerücken an der Feldstraße

Lüneburg. Auch die Herderschule und die Wilhelm-Raabe-Schule müssen sich für das nächste Jahr wappnen: Dann werden die ersten Abiturienten ihre Schulzeit wieder nach 13 Jahren beenden. Anders als am Johanneum, wo die ersten Jahrgänge bereits sechszügig sind und weitere folgen werden, die Kapazitäten schon deshalb dringend erweitert werden müssen (LZ berichtete), hat das Gymnasium am Ochtmisser Kirchsteig diesen Druck nicht. „Es zeichnet sich derzeit nicht ab, dass es hier in die Sechszügigkeit geht. Das Thema haben wir also erstmal auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.“ So die Prognose der Bildungsdezernentin Pia Steinrücke im jüngsten Schulausschuss des Rates.

Die Wilhelm-Raabe-Schule wird ihre Klassenstärke definitiv nicht ausbauen, dort gibt es andere Herausforderungen: Auf dem Grundstück gibt es keine Erweiterungsflächen, zu einer möglichen Außenstelle zu pendeln, kommt für die Schule nicht in Frage. Gemeinsam mit seinem Kollegium und dem Schulvorstand hat Rektor Thomas Wetzel deshalb einen Plan zum Stühlerücken entworfen.

An Baumaßnahmen führt kein Weg vorbei

Es klingt erstmal paradox: Die Schule nutzt die bestehenden Ressourcen, um zusätzlichen Platz zu schaffen. Um einen Überblick darüber zu bekommen, welche Räume von wem und wie genutzt werden, wurde die Auslastung von Montag bis Freitag von der ersten bis zur zehnten Stunde erfasst. Mit dem Ergebnis, dass diese zum Beispiel dadurch verbessert werden kann, wenn Fachunterrichtsräume auch von anderen Fächern mitgenutzt und Büros platzsparender aufgeteilt werden. Der Schulleiter geht mit gutem Beispiel voran: Er teilt sich künftig einen Raum mit seinem Stellvertreter. Ebenso werden die vier Koordinatoren, die bislang jeweils zu zweit einen Unterrichtsraum „blockieren“, zusammenrücken. Durch weitere Umzüge im 1. Stock könnten auf dieser Etage drei Unterrichts- und Gruppenräume frei werden.

An einer Baumaßnahme führt trotzdem kein Weg vorbei, diese soll sich auf das Dachgeschoss konzentrieren. Im bereits ausgebauten Teil sind derzeit zwei Kunsträume untergebracht, daraus sollen vier allgemeine Unterrichtsflächen werden. Der Bereich Kunst mitsamt zweier Sammlungsräume soll dann wiederum in dem Teil Platz finden, der bislang noch nicht ausgebaut ist. Zu Kosten und Zeitplan konnte sich die Stadt mit Verweis darauf, dass man sich gerade erst mit der Schule geeinigt habe, nicht äußern. Nur so viel: Die Planungen sollen jetzt starten, der Umbau werde sicher mindestens zwei Jahre dauern.

Platzproblem für den 13. Jahrgang

Im Vergleich zur Wilhelm-Raabe-Schule hat die Herderschule das Glück, dass Erweiterungsflächen vorhanden sind. Das Platzproblem für den 13. Jahrgang könnte ein Neubau mit vier Unterrichtsräumen lösen, der wiederum an den bestehenden Anbau angedockt werden soll. Dieser wird derzeit von den Fünftklässlern genutzt. Weil für sie dann ein Großteil ihres Pausenhofs wegfallen würden, sollen Fahrradständer abgerissen werden. „Wir fangen mit den Planungen jetzt an. Wie beim Erweiterungsbau des Johanneums könnten wir Ende 2020 fertig sein“, sagt Stephan Cohrs vom städtischen Gebäudemanagement. Dass sich die Schule wünscht, ihren Außenstandort an der Grundschule Kreideberg aufzulösen, behält die Verwaltung im Hinterkopf. Steinrücke: „Es gibt eine Ausbaureserve, entweder für den 6. Zug oder für die Rückführung der Außenstelle. Das hat aber gerade keine Priorität.“

Doch kein Abriss

Aula der Herderschule wird saniert

Die Aula, die 1970 gemeinsam mit dem Schulgebäude errichtet wurde, soll doch nicht abgerissen werden. Wie berichtet, hatte die Stadt angekündigt, das Herzstück des Gymnasiums abzureißen, weil es energetisch überholt ist, eine Klimaanlage fehlt, die Bestuhlung alt und die Verdunklung defekt ist. Weil die neue Aula kleiner ausgefallen wäre, hatten Lehrer und Schüler für eine Sanierung votiert. Mit Erfolg, wie sich jetzt im Schulausschuss gezeigt hat. 500 000 Euro stünden dafür im Haushalt zur Verfügung.

Von Anna Paarmann