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Berufs-Informations-Börse
Michael Walke informiert Leonie Gehre und ihren Vater Stefan über die Aufgabengebiete des Zolls – dazu gehört auch der Kampf gegen Schmuggel von Tieren und Tierprodukten geschützter Arten. (Foto: phs)

Einblick in Vielfalt der Berufswelt

Lüneburg. Für Hendrik Friedrich (17), Gymnasiast aus Uelzen, steht fest: Er möchte nach dem Abitur zur Polizei gehen. „Man hat dort viele Möglichkeiten, und es gibt eine große Bandbreite an Bereichen für den Einsatz“, begründet er. Um sich näher zu informieren, besuchte er den Stand der Polizeiinspektion Lüneburg auf der Berufs-Informations-Börse (BIB) der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Kaltenmoor. Dort wurden ihm die Voraussetzungen fürs dreijährige Bachelorstudium erläutert, wie das Auswahlverfahren läuft und wie es nach Abschluss des Studiums weitergeht.

Praktikumsplätze im Angebot

Bereits zum 13. Mal hatten Eltern verschiedener Schulen die Info-Börse organisiert, unterstützt wurden sie dabei von der Nachhaltigen Schülerfirma (NASCH) der IGS. Insgesamt 72 Aussteller gaben Einblicke in Berufe und Studienangebote für Schüler aller Schulformen von Jahrgang 9 bis 13. Ansprechpartner waren unter anderem auch Azubis. An vielen Ständen konnten sich die Jugendlichen außerdem informieren, wie viele Praktikums- und Ausbildungsplätze im Angebot sind. Bernhard Fischer-Wasels, Vorsitzender des Fördervereins der IGS und einer der Mitorganisatoren: „Einerseits suchen Betriebe händeringend Azubis, andererseits suchen viele Schüler Praktikumsplätze, die nicht immer einfach zu finden sind. Da ist es hilfreich, dass Aussteller Plätze kenntlich machen.“ Insgesamt 1135 Besucher verzeichnete die BIB.

Der Beruf soll Spaß machen

Einen Praktikumsplatz für die Zeit nach den Herbstferien sucht zum Beispiel noch Katharina Hagemann (16), die die 9. Klasse der Oberschule am Katzenberg in Adendorf besucht. Beim Rundgang machte sie auch Halt am Stand der Malerinnung. Dort konnte sie unter Anleitung von Maler-Azubi David Rietzler die Particular-Technik testen. Begleitet wurde sie von ihren Eltern. „Wir möchten gemeinsam schauen, welche Ausbildungsmöglichkeiten es generell gibt, wie die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung in einzelnen Berufen sind“, erläutert Mutter Christina Hagemann. Und es gehe auch darum, dass der Beruf Spaß mache. Andreas Cramm, Mitglied der Maler-Innung sagt: „Wir möchten jungen Leuten aktiv begegnen, ihnen Einblicke in die vielfältigen praktischen Tätigkeiten geben. Und wir brauchen Nachwuchs.“ Zur Kontaktaufnahme waren Maler-Betriebe in der Region auf der Rückseite der Platte mit der Particular-Technik aufgelistet.

Irgendwas mit „Recht und Sicherheit“ 

Aus Seevetal angereist war Leonie Gehre (17). Die Gymnasiastin im 11. Jahrgang macht 2021 Abitur. Ihr zukünftiger Beruf solle etwas mit „Recht und Sicherheit“ zu tun haben, verriet sie. „Von meiner Schwester, die eine Ausbildung bei der Justiz macht, habe ich von der BIB erfahren.“ Sie steuerte unter anderem den Stand des Hauptzollamts Hannover an, informierte sich bei Michael Walke über das Studium für den gehobenen Dienst und Perspektiven.

Der Zoll sei ein interessanter Arbeitgeber, fand auch ihr Vater Stefan Gehre. „Ich begleite meine Tochter, weil ich sicher sein möchte, dass sie nach dem Abi einen Weg einschlägt, der sie weiterbringt. Der Beruf sollte vielseitig sein und Spaß bringen.“ Fürs erste möchte Leonie Gehre noch ein freiwilliges Praktikum beim Zoll machen.

Testfahrt mit dem Mini-Bagger

Vor der IGS auf dem Baufeld, auf dem das Gebäude für eine Kinderarztpraxis entstehen soll, war ein Mini-Bagger platziert. Bei Andreas Keller, Azubi der Firma Kuhlmann, konnten sich Jugendliche über den Beruf des Rohrleitungsbauers informieren. Testen konnte Torge Fischer-Wasels (15), der den Realabschluss an der IGS machen will, dort den Mini-Bagger. Der wird beim Verlegen von Rohren für Gas, Wasser, Strom und Glasfaser eingesetzt. Das Rangieren damit machte dem 15-Jährigen durchaus Spaß, „aber mein Traumberuf wäre Veranstaltungstechniker“.

Einen Spendenscheck in Höhe von 9300 Euro überreichte am Ende der Veranstaltung das BIB-Orgateam an Bernhard Fischer-Wasels, Vorsitzender des Fördervereins „Eine Schule für alle – Förderverein der IGS Lüneburg.e.V“. Die Spende kam durch die Standgebühren der Aussteller zusammen (ein kurzer Bericht folgt).

Von Antje Schäfer