Aktuell
Home | Lokales | Gellersen | Viele Pläne für den Westen
Lehmschüün
An und in der Lehmschüün in Westergellersen sollen in diesem Jahr die Restarbeiten erledigt werden. Das Geld dafür ist in den Etat 2019 eingestellt. (Foto: t&w)

Viele Pläne für den Westen

Westergellersen. Es war eine kleine Runde, die sich zur jüngsten Sitzung des Gemeinderates in der Lehmschüün Westergellersen eingefunden hatte. Nur sieben von zehn Ratsmitgliedern waren erschienen. Aber diese Sieben waren sich einig – sowohl was die Projekte als auch was die Zahlen angeht. Einstimmig segneten sie Haushaltsplan und -satzung für das laufende Jahr ab.

Auch Finanzhaushalt gerät nicht ins Minus

Westergellersen hat viel vor in den kommenden Jahren: Der Startschuss für die Dorfentwicklung ist gefallen, die Lehmschüün außen noch nicht fertiggestellt und die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik geht weiter. Die Finanzlage gibt das momentan noch her: Mit Erträgen von 1,6 Millionen und Aufwendungen von 1,59 Millionen Euro schließt der Ergebnishaushalt sogar mit einem kleinen Plus. Auch der Finanzhaushalt gerät nicht ins Minus.

„Das ist die Chance, Dinge zu machen, die wir uns sonst nie hätten leisten könnten. “ – Rainer Garbers (SPD) , Gemeindedirektor

Eingeplant sind Investitionen von 647 000 Euro, aber auch eine mögliche Kreditaufnahme von 300 000 Euro. Die Summe sei sicherheitshalber berücksichtigt, erklärte Bürgermeister Eckhard Dittmer (CDU): „Ob wir die wirklich brauchen, da lass ich mich mal überraschen.“ Mit der Dorfentwicklung stünden aber ab 2020 auf jeden Fall Projekte an, die richtig Geld kosten würden: „Wenn wir einen Kreisel oder Ähnliches bauen wollen, dann müssen wir auch mal einige Jahre in die Verschuldung gehen, damit wir die volle Förderung abgreifen.“

Saubere Kalkulation

Das sah Gemeindedirektor Rainer Garbers (SPD) genauso: „Das ist die Chance, Dinge zu machen, die wir uns sonst nie hätten leisten können. Wir haben uns tolle Themen ausgedacht. Und wir tragen den Haushalt alle zusammen. Das finde ich gut.“ Peter Dittmer (CDU) stimmte zu: „Es ist wichtig, dass weiter was im Dorf passiert. Noch geht´s uns sehr gut.“ Und Oliver Kraemer (Grüne) lobte die Arbeit des Gemeindedirektors und die „saubere Kalkulation“: „Wir sind eine wachsende Gemeinde. Es ist wichtig, dass wir unsere Projekte weiterführen.“

Für die Fertigstellung der Lehmschüün sind 334 000 Euro eingeplant, 38 000 Euro für 72 neue LED-Leuchten, 100 000 Euro für den Ankauf von Grundstücken und weitere 20 000 Euro für den Gehweg am Sportplatz. Zum Start der Badesaison soll ein neuer Badesteg (20 000 Euro) im Naturbad fertig sein. Die Bushaltestellen an der Landesstraße in der Dorfmitte werden für 115 000 Euro umgebaut: Am alten Feuerwehrhaus und auf der gegenüberliegenden Seite werden in dem Zuge auch neue Wartehäuschen aufgestellt.

Kröte schlucken

Kräftig zur Kasse gebeten wird die Gemeinde auch mit dem sogenannten Infrastrukturausgleich. Insgesamt 300 000 Euro müssen als Gemeindeanteil an die Samtgemeinde Gellersen für den Neubau des Drei-Gruppen-Kindergartens gezahlt werden. Grundlage sei eine Vereinbarung aus dem Jahr 2004, erklärte Garbers: „Die Kröte müssen wir leider schlucken.“ Die Summe wird in zehn Jahresraten beglichen.

Der Bebauungsplan Nr.11 Südergellerser Weg soll geändert werden: Südlich der Landesstraße vor dem Kreisverkehr soll wie auf der Nordseite ein bepflanzter Wall als Lärm- und Sichtschutz entstehen.

Hässlichster Kreisel im Kreis soll verschönert werden

Der Rat beschloss die öffentliche Auslegung und Beteiligung. Genau dieser Kreisel ist einigen Ratsmitgliedern zugleich ein Dorn im Auge: „Das ist der hässlichste Kreisel im ganzen Landkreis“, fand Garbers, „den müsste man dringend verschönern.“ Prinzipiell grünes Licht gab es dafür vorab schon von Polizei und Straßenbaubehörde bei einer Ortsbegehung. Auch am anderen Ende des Dorfs zeigten sich die Behörden laut Dittmer offen für einen neuen Kreisverkehr. Er könnte im Rahmen der Dorferneuerung an Rentenstraße und Rotes Feld entstehen.

Von Ute Klingberg-Strunk