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Drei Mitarbeiter der Stadt bringen den neuen Teichbelüfter auf dem großen Bockelsberg-Teich zum Einsatz. Foto: Stadt Lüneburg

Mehr Luft für Bockelsberg-Teich

Lüneburg. Langanhaltende Hitze- und Dürreperioden werden im Klimawandel auch in Lüneburg häufiger. In wärmerem Wasser kann weniger Sauerstoff gelöst bleiben. In der Folge kommen gerade Fische nicht selten in Lebensgefahr, auch in den Bockelsberg-Teichen. Lüneburg passt sich an die neuen Bedingungen an: Ein solarbetriebener Teichbelüfter der Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH (AGL) wird bis voraussichtlich Ende Oktober probeweise auf dem großen Bockelsberg-Teich mit Insel eingesetzt.

Wie Ann-Kathrin Rabe, Ingenieurin für Wasser- und Bodenmanagement im Bereich Umwelt der Hansestadt erläutert, ist das Ziel „den Sauerstoffgehalt im Teich zu erhöhen, die Lebensbedingungen für Mikroorganismen zu verbessern und die Algenbildung zu verringern. Außerdem wird der Abbau des organischen Schlamms gefördert.“ Die länger werdenden Tage sorgen für ausreichend Sonnenschein – Voraussetzung für den Einsatz.

Keine Gefahr für Teichbewohner

Für die AGL erläutert Geschäftsführer Lars Strehse: „Ausgerüstet ist der Teichbelüfter mit einem speziellen Rührwerk in der geometrischen Form eines Oloiden. Von diesem Rührwerk werden rhythmische Impulse erzeugt, welche das Tiefenwasser nach oben fördern und anschließend im rechten Winkel ableiten. Dadurch entsteht eine gerichtete, weitreichende Strömung. Je nach Eintauchtiefe des Oloid wird Sauerstoff in das Wasser eingemischt.“ Dieser vermische sich im Gewässer, so dass es langfristig zu einer höheren Sauerstoffsättigung komme. „Das Algenwachstum und die Bildung von Teppichen aus Wasserlinsen werden eingedämmt.“

Der Teichbelüfter läuft voraussichtlich 10 bis 12 Stunden am Tag, je nach Sonnenintensität. Nach Sonnenuntergang schaltet er sich automatisch ab. Betriebsgeräusche sind als Plätschern wahrzunehmen. Die Wälzbewegung des Rührkörpers verursacht kaum Scherkräfte, sodass für die Wasserlebewesen keine Gefahr entsteht. Ein Labor soll überprüfen, ob das Verfahren zu der erwarteten Verbesserung der Wasserqualität führt. lz