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Eine „Vorzeige-Allee“ im Landkreis Lüneburg: Die Kreisstraße 3 zwischen Hittbergen und Barförde. Foto: t&w

Alleen in der Region sollen schöner werden

Embsen. Die Straße des 17. Juni in Berlin, die Königsallee in Düsseldorf oder die Avenue des Champs-Élysées in Paris sind berühmte Alleen in Europa. Alleen sind Straßen, „die beidseitig von gleichförmig verlaufenden Baumreihen begrenzt werden…“, so lautet eine Definition. Schöne Alleen gibt es auch im Landkreis Lüneburg – und die sollen künftig noch schöner werden.

In Gang gesetzt hatte die Diskussion über Alleen im Landkreis die Kreistagsfraktion der Grünen. Vor einem Jahr hatte sie die Kreisverwaltung gefragt, wann die Baumlücken an der Kreisstraße 21 zwischen Lüneburg und Vögelsen, und auch an Alleen im Zuge der übrigen Kreisstraßen geschlossen würden.

Baumlücken sollen geschlossen werden

Im Herbst 2018 schlug die Kreistagsfraktion der Grünen dann vor, 600.000 Euro in den Haushalt 2019 einzustellen, um durch Ersatzpflanzungen Lückenschließungen an den Baumreihen und Alleen im Zuge von Kreisstraßen vorzunehmen. Der Kreistag erhöhte am 21. Dezember 2018 den Wirtschaftsplan 2019 des Eigenbetriebs Straßenbau und Unterhaltung (SBU) um 20.000 Euro für die Pflege der Alleen im Landkreis.

Baumpfleger Uwe Thomsen aus Pinneberg wurde dann in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde mit der fachlichen Begleitung zur Erstellung eines Alleenprogramms beauftragt. In der jüngsten Sitzung des zuständigen Betriebs- und Straßenbauausschusses in Embsen legte Thomsen jetzt einen ersten Bericht vor.

Thomsen hatte im Landkreis Lüneburg vorbildliche Alleen vorgefunden. Etwa Teile der Kreisstraßen 3 und 4 im Bereich Hittbergen, Wendewisch, Garlstorf: „Alleen mit alten Eichen, gleichen Formen und Größen, fast lückenlos, guter bis befriedigender Pflegezustand, leichter Totholzbesatz…“. Die Bedeutung der Alleen, laut Thomsen: „herausragend.“

Pflanzung, Pflege und Schnitt

Die genannten Alleen seien aber absolute Ausnahmen, erklärte Baumpfleger Thomsen. Und die Anlage neuer Alleen sei sehr aufwändig, denn: „Wichtig ist dass man die neuen Bäume nicht nur pflanzt, sondern sie auch pflegt. Wenn man das nicht macht, muss man sie gar nicht erst pflanzen“, so Thomsen. Als Kostenschätzung für einen Alleenbaum, einschließlich Pflanzung, Pflege und Schnitt, nennt er in seinem Bericht einen Betrag von mehr als 1000 Euro.

Auch Sicherheitsaspekte machen die Anlage neuer Alleen nahezu unmöglich: So sei für eine neu angelegte Allee mit einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h ein Baumabstand zum Straßenrand von mindestens 4,50 Meter vorgeschrieben, bei einem Höchsttempo von 100 km/h seien es sogar 7,50 Meter, erklärte Jens-Michael Seegers, Leiter des Betriebs Straßenbau und Unterhaltung.

Nicht immer ist eine Neupflanzung nötig

Einig waren sich Baumpfleger, Kreistagspolitiker und Verwaltung deshalb darüber, dass die Pflege und das Schließen von Lücken beim Thema Alleen im Vordergrund stehen muss. Nicht immer sei eine Neupflanzung nötig: „Wo bereits Bäume vorhanden sind, müssen wir mit fachgerechter Pflege für eine lange Lebensdauer sorgen und Lücken schließen“, sagte SBU-Chef Seegers,. „Unsere Aufgabe dabei ist es auch, auf den Unfallschutz zu achten.“

Einig war man sich im Ausschuss auch darüber, dass das Personal des Betriebs Straßenbau und Unterhaltung damit überfordert ist. Jens-Michael Seegers brachte die Überlegung ins Spiel „externe Pflegetrupps oder auch einen eigenen Pflegetrupp“ mit der Baumpflege zu beauftragen.

Enttäuscht vom Vortrag zu einem möglichen Alleenprogramm zeigte sich Ralf Gros von den Grünen. Er habe erwartet, dass der beauftragte Baumpfleger schon konkrete Vorschläge zu konkreten Maßnahmen vorlegen würde. Anders sahen das seine Ausschusskollegen, etwa Norbert Thiemann (CDU), der sich – für den Anfang – gut informiert fühlte darüber, „was kann man machen, wie kann man es machen und wie nicht“.

Von Ingo Petersen