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Julia Gerdsen (l.), Cornelia Bretz und Andre Dierßen gehören zu denen, die sich um den Erhalt der Obstbaumalleen kümmern. Foto: t&w

Alte Sünden werden geheilt

Embsen/Konau. Bäume standen in der Sitzung des Betriebs- und Straßenbauausschusses des Kreistags im Blickpunkt – da war auch das Projekt „Obstbaumalleen und Streuobstwiesen wertschätzen und erhalten“ im rechts­elbischen Teil des Landkreises Lüneburg“ ein Thema. Darüber berichteten Julia Gerdsen und Cornelia Bretz vom „Verein Konau 11 – Natur e. V.“.

10.000 Obstbäume an 80 Kilometer Straßen, dazu 400 Bäume auf zwei Hektar Fläche und 4000 Bäume auf 13 Hektar Privatgrund werden vom Verein betreut – eine kaum zu bewältigende Aufgabe.

22 ehrenamtliche Obstbaumwarte

Vier hauptamtliche Mitarbeiter/innen (jeweils 20 Stunden), ein Absolvent des Freiwilligen Ökologischen Jahrs und mittlerweile 22 ehrenamtliche Obstbaumwarte kümmern sich um die Bäume – im Gegenzug darf der Verein das Obst ernten und verwerten.

Gerdsen und Bretz berichteten über den Kampf gegen Sünden der Vergangenheit, als nicht fachgerecht gepflanzt wurde. Dabei nannten sie Sorten, die sich nicht als Straßenbäume eignen, Bäume, die keinen Pflanzschnitt erhalten oder nicht fachgerecht erzogen wurden oder die zu dicht an der Straße stehen.

Massive Eingriffe in den Bestand seien in der Zukunft notwendig, so Gerdsen und Bretz. Der Grund: Bäume haben ihr Alter erreicht oder sind geschädigt. Ein neues Phänomen: großflächiger Befall durch Obstbaumsplintkäfer an verschiedenen Streckenabschnitten. 40 Bäume wurden im laufenden Jahr entnommen.

195.000 Euro stehen zur Verfügung

Prognose: „Die Zahl der zu entnehmenden Obstbäume wird in den nächsten Jahren deutlich zunehmen.“

Für das laufende Projekt mit 39 Monaten Laufzeit stehen insgesamt 195.000 Euro zur Verfügung, gefördert wird es unter anderem von der Europäischen Union, der niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, dem niedersächsischen Umweltministerium und dem Landkreis Lüneburg.

Bausteine des Projekts sind unter anderem auch Bildungsveranstaltungen, Umbaumaßnahmen am Hof Konau 11, um ihn behindertengerecht zu machen, die Ausbildung weiterer Baumwarte und die Ausweitung der Pflegemaßnahmen auf mittelalte und alte Obstbäume insbesondere entlang der Kreisstraße 57. pet