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Noch fährt der Zug zwischen Lüneburg und Lübeck durch. In zweieinhalb Jahren soll er wieder in Adendorf halten, gegenüber vom alten Bahnhof. Foto: be

Geschenk für die Gemeinde

Adendorf. „Das ist eine erfreuliche Mitteilung, ein tolles Geschenk für ganz Adendorf.“ Für Bürgermeister Thomas Maack (SPD) war am Donnerstag ein besonders gut er Tag: Nicht nur, dass Niedersachsens Verkehrsminister Dr. Bernd Althusmann (CDU) die Rahmenverträge für Wiederinbetriebnahme oder Neubau von insgesamt 19 Bahnstationen in Niedersachsen, darunter die in Adendorf, unterzeichnet hat. Adendorf, und das freut Bürgermeister Maack besonders, soll dabei finanziell erheblich besser wegkommen, als lange geplant.

Sozialdemokrat Maack scheute sich da auch nicht, einen ganz besonderen Dank an den Christdemokraten Althusmann zu senden. „Und das werde ich auch noch persönlich machen“, kündigte er an.

Gemeinde hat die Planungskosten zu tragen

Auf 1,07 Millionen Euro werden die Kosten für den Bahnhaltepunkt Adendorf geschätzt, der gegenüber dem 1979 stillgelegten alten Bahnhof liegt. Die Gemeinde Adendorf hat dafür die Planungskosten zu tragen, von denen aber auch noch ein Teil erstattet wird. Aber die Adendorfer waren bisher auch davon ausgegangen, dass sie mit 25 Prozent, also etwa 250.000 Euro, an den Baukosten beteiligt werden.

Die am Donnerstag abgeschlossenen Rahmenverträge für alle Projekte sehen nun vor, dass die Deutsche Bahn bei der Reaktivierung der Bahnstationen grundsätzlich mindestens 25 Prozent der Baukosten übernimmt. Die verbleibenden Kosten werden zu 75 Prozent durch Förderung des Landes Niedersachsen gespeist. Die restlichen 25 Prozent übernimmt im Fall von Adendorf die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) als zuständiger Aufgabenträger im Schienenpersonennahverkehr.

Planungskosten betragen etwa 140.000 Euro

Althusmann: „Mein Ziel war es, die Bedingungen für die Stationsreaktivierungen beziehungsweise -neubauten in den Kommunen zu verbessern. Die für die 19 Stationen vereinbarte Mitfinanzierung seitens der Deutschen Bahn haben wir dafür nutzen können. Künftig müssen die Kommunen im Bereich der LNVG – anders als in der letzten Legislaturperiode vorgesehen – keinen Eigenbeitrag mehr zu den Baukosten für die Bahnstationen leisten, sondern nur die Planungskosten der Leistungsphasen 1 bis 4 tragen.“ Im Fall der Gemeinde Adendorf sind das für die Planungskosten etwa 140.000 Euro.

1979 hielt der letzte Personenzug auf der Strecke zwischen Lüneburg, Lauenburg und Lübeck in Adendorf. Dem Aus für ihren Bahnhof trauern viele Adendorfer seitdem hinterher. Als der damalige Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) 2013 ein Programm für die Wiedererrichtung von Bahnhaltepunkten auflegte, war Bürgermeister Thomas Maack, ehemaliger Bahn-Manager, sofort dabei. Aus vier Varianten wurde nach langen Diskussionen der Standort am alten Bahnhof gewählt.

Spätere Anlage eines zweiten Bahnsteigs möglich

Vorgesehen ist in Adendorf ein Bahnsteig von 140 Metern Länge, außerdem ein Wetterschutzhäuschen, Beleuchtung, dynamische Schriftanzeiger sowie Wegeleit- und Informationssysteme. Als Ziel für die Inbetriebnahme des Bahnhaltepunkts Adendorf ist Ende 2021 vorgesehen. Wie er die eingeplanten Baukosten anderweitig einsetzen kann, da hat Bürgermeister Maack schon eine Idee: „Im Bereich des Öffentlichen Personennahverkehrs, unter anderem für Fahrradständer.“

Am ehemaligen Bahnhof ist auch die spätere Anlage eines zweiten Bahnsteigs möglich. „Der wäre notwendig, wenn die Bahn ihren Takt von 1-stündig auf halbstündig verkürzt. Ich bin da ganz optimistisch, dass es in der Zukunft einmal so kommt“, sagt Thomas Maack.

Von Ingo Petersen