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Das Organisationsteam und drei der Teilnehmerinnen der Kinder- und Jugendkonferenz. Foto: rs

Kinder an die Macht

Lüneburg. Ein Klettergerüst, weniger Müll auf den Straßen, einen Boxsack für das Jugendzentrum – die Kinder aus Kaltenmoor haben viele Ideen für ihren Stadtteil. Bei der Kinder- und Jugendkonferenz in der Anne-Frank-Schule bekamen sie jetzt die Möglichkeit, eigene Wünsche zu äußern und an deren Umsetzung mitzuarbeiten. Dabei handelt es sich um ein neues Projekt der Stadt. Im November fand dazu die erste Konferenz im Moorfeld statt, mit Kaltenmoor ging es nun weiter.

„Wir haben hier ein unglaublich gutes Netzwerk an Unterstützern“, sagt Jens Döhrmann, Teamleiter der Stadtjugendpflege. Teamwork sei bei der Organisation ganz entscheidend gewesen. Bereits seit Januar hatte es Veranstaltungen gegeben, um die Konferenz vorzubereiten. In der Anne-Frank-Schule, dem Hort, der Spielgemeinschaft JSG, dem Jugendzentrum und dem Aktivspielplatz in Kaltenmoor wurden in kleineren Gruppen von Kindern und Jugendlichen bereits Ideen für den Stadtteil entwickelt.

Spiel und Freizeit

Ungefähr 35 Schüler von der ersten bis zur achten Klassenstufe waren nun in die Mensa der Grundschule gekommen. Nach einem kurzen Spiel zum Ankommen stellte Moderatorin Claudia Brunsemann die Bereiche vor, die Thema der Diskussion sein sollten: Spiel und Freizeit, Zusammenleben und Aktivspielplatz/Jugendzentrum. Welche Ideen die Kinder im Vorfeld schon hatten, war mit Karten an drei Sträuchern festgehalten, die für die Bereiche standen. Jedes Kind konnte sich das Thema aussuchen, das ihm am wichtigsten war. So entstanden drei Gruppen, in denen weitergarbeitet wurde. „Was wünscht Ihr Euch für Kaltenmoor?“, wollten die Gruppenleiter von den Kindern wissen. Und denen fiel dazu eine Menge ein. Die Gruppen erarbeiteten dann gemeinsam, welche Wünsche den Teilnehmern am wichtigsten waren und welche davon wie umsetzbar sind.

Längere Betriebszeiten von Ampeln

Dass aus den Konferenzen konkrete Projekte entstehen, ist den Organisatoren besonders wichtig. „Die Kinder sollen erleben, dass hier nicht nur geredet wird, sondern sich tatsächlich Dinge verändern, wenn sie sich engagieren“, sagt Döhrmann. Manche Wünsche, die im November bei der Konferenz im Moorfeld geäußert wurden, habe die Stadt schon aufgegriffen. Eine neue Schaukel auf dem Spielplatz an der Gerhart-Hauptmann-Straße, regelmäßigere Leerungen öffentlicher Mülleimer oder längere Betriebszeiten von Ampeln sind Beispiele für Ideen, die in diesem Jahr dort umgesetzt werden sollen.

Ein überdachter Bolzplatz und ein Outdoor-Trampolin gehören zu dem, was sich die Kinder in Kaltenmoor wünschen und was nun an die Stadtverwaltung weitergeleitet wird. Einige Projekte wollen sie allerdings auch selbst umsetzen. So wollen die Kinder Abreißzettel mit Smileys auf den Straßen aufhängen, die für mehr gute Laune im Viertel sorgen. Für Projekte, die etwas mehr Organisation bedürfen, wie zum Beispiel ein Konzert im Rahmen des Stadtteilfests, findet am 24. Mai ein nächstes Treffen statt. Dort wollen die Kinder weiter an der Umsetzung der entstandenen Ideen arbeiten. Und auch weitere Kinder- und Jugendkonferenzen wird es in Zukunft geben. Langfristig sollen diese in allen Stadtteilen Lüneburgs stattfinden.

Von Robert Schuppe