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Das ehemalige Schullandheim (r.) in Böhmsholz war lange Zeit der Wunschstandort für die demokratische Schule. Foto: t&w

Kein Glück bei der Standortsuche

Lüneburg. Diejenigen, die das Projekt „Demokratische Schule“ in Lüneburg vorantreiben, nutzen zurzeit alle Kanäle, um ein geeignetes Grundstück oder ein Gebäude zu finden. Kein leichtes Unterfangen: Die kontaktierten Maklerbüros hätten bislang noch kein einziges Angebot vorlegen können. In einer Anzeige, die der Verein „Selbstbestimmt Lernen in Lüneburg“, der später auch Schulträger sein wird, geschaltet hat, ist zu lesen: „Die Demokratische Schule Lüneburg möchte ab August 2019 ihren Schulbetrieb aufnehmen und sucht dafür ein geeignetes Gebäude mit mindestens 100 m² Wohnfläche, ausbaubar bzw. erweiterbar zu mindestens 300 m² Wohnfläche und einem großen Grundstück von mindestens 1000 m² Außenfläche, idealerweise naturnah mit Baumbestand.“

Der Verein hatte die monatelangen Planungen, die Schule am Standort Böhmsholz zu realisieren, im Herbst vergangenen Jahres gezwungenermaßen auf Eis legen müssen. Er zog die Bauvor­anfrage wieder zurück, weil die Verwaltung auf das Problem der Zuwegung hingewiesen hatte. Auch ein möglicher Anbau schien aufgrund von naturschutz- und baurechtlichen Bedenken fast unmöglich.

Es gibt großes Interesse an einer demokratischen Schule

„Da wir in Lüneburg bisher kein geeignetes Gebäude gefunden haben, werden wir die Suche auf die umliegenden Gemeinden ausweiten“, teilt Alina Zilien nun auf LZ-Nachfrage mit. Die Mutter von zwei Söhnen zählt zu den Initiatoren der ersten Stunde, gehört auch dem Vorstand des Vereins an. Auch eine Übergangslösung sei denkbar, ein Umzug könnte dann drei bis fünf Jahre später erfolgen. „Eine kleine Schule dürfte baurechtlich grundsätzlich auch in einem Wohngebiet angesiedelt sein, daher wäre die Inbetriebnahme in einem großen Einfamilienhaus mit Garten denkbar.“ Mit der Stadt sei der Verein in Kontakt, um frühzeitig in die Planung von neu entstehenden Baugebieten mit aufgenommen zu werden, sagt Zilien, die außerdem ankündigt, dass der Verein eine Kaufanfrage für ein Grundstück bei der Stadt stellen wird.

Dass es großes Interesse an einer demokratischen Schule in Lüneburg gibt, an der die Kinder selbst entscheiden, was sie wann, wie, wo und mit wem lernen möchten, macht sie an der Nachfrage fest. So gebe es laufend neue Voranmeldungen für künftige Schüler. „Viele Familien aus Lüneburg und Umgebung bewerben sich auf einen Platz.“ Ebenso seien aber auch Kinder aus anderen Teilen Deutschlands, sogar aus dem Ausland interessiert.

Von Anna Paarmann