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Fridays for Future
Am 15. März demonstrierten mehr als 2000 für ein Umdenken in der Klimapolitik, darunter etwa 150 Schüler aus Uelzen. Jetzt wollen die Lüneburger dort den Klimastreik besuchen. (Foto: t&w)

Der Klimastreik erreicht Uelzen

Lüneburg/Uelzen. Die große Demonstration vom 15. März in Lüneburg ist den streikenden Schülern sowie den anderen Teilnehmern in guter Erinnerung geblieben: Mehr als 2000 Menschen zogen an jenem Freitag durch die Straßen der Innenstadt, protestierten gegen die Umweltpolitik. Unter ihnen Zahlreiche aus den Schulen des Landkreises, etwa 150 sind sogar aus Uelzen angereist.

Denn während die „Fridays for Future“-Aktionen seit Anfang des Jahres mittlerweile so etwas wie eine Tradition in Lüneburg geworden sind – sei es mit größeren Demos, sei es mit kleineren Mahnwachen am Marktplatz – tut sich die Uhlenköperstadt noch schwer mit den Klimastreiks. „Wir hatten niemanden, der die Demonstration anmelden konnte“, sagt der Uelzener Gruppensprecher Johannes Flügge. Denn dafür muss man volljährig sein. Und das kann schwierig werden, wenn die meisten Aktivisten Schüler sind.

100 Aktivisten bei der Stadt vorgemerkt

Das Problem konnten sie jetzt lösen: Der 25 Jahre alte Tim Baumann, ein Bekannter Flügges, erklärte sich bereit, die Demonstration anzumelden. Doch damit geht auch einiges an Verantwortung einher: „Ich muss dafür sorgen, dass die Auflagen erfüllt und Ordner gestellt werden“, sagt er. Natürlich hat die Gruppe ihn dabei sehr unterstützt, aber trotzdem: „Ich glaube, ab Donnerstagabend werde ich ganz schön angespannt sein.“

Die Uelzener „Fridays for Future“-Gruppe hat für Freitag 100 Aktivisten bei der Stadt vorgemerkt. Die ist aber auf deutlich mehr eingestellt. „Wir bereiten uns auf bis zu 1000 Demonstranten vor“, sagt Stadtsprecherin Ute Krüger. Wohl keine schlechte Idee, denn die Lüneburger „Fridays for Future“-Gruppe hat für das Demo-Debüt ihre Unterstützung angekündigt: Sie will geschlossen am Freitag nach Uelzen reisen, die Mahnwache auf dem Marktplatz entfällt. Treffpunkt ist laut Ankündigung um 10:15 Uhr der Bahnhof Lüneburg, von da aus geht es mit dem Metronom nach Uelzen, wo der Klimastreik um 11 Uhr beginnen soll.

Genug Platz in den Zügen

Dass der Regionalzug eventuell an seine Belastungsgrenze kommt, fürchtet Metronom-Sprecher Björn Pamperin nicht: Mit etwa 800-1000 freien Plätzen pro Zug geht er davon aus, dass Schüler und andere Fahrgäste genügend Platz finden. Einen offiziellen Standpunkt zu den durchaus umstrittenen „Fridays for Future“-Aktionen habe der Metronom als Unternehmen nicht, nur so viel: „Wir nehmen mit großem Respekt und Anerkennung wahr, dass sich die Menschen in Niedersachsen für das Klima engagieren.“

Seit gut einer Woche ist klar, dass die Uelzener Aktivisten auch in ihrer Stadt demonstrieren können. In der Zwischenzeit haben sie auf den sozialen Medien kräftig die Werbetrommel gerührt, auch an den Schulen haben sie Flyer verteilt. „Wenn die Demonstration gut angenommen wird, machen wir gerne in den darauffolgenden Wochen weiter“, sagt Johannes Flügge. Und Demo-Anmelder Tim Baumann würde auch für weitere Demos die Verantwortung tragen – wenn es die Zeit zulässt.

Der Ablauf

„Fridays for Future“ in Uelzen

Laut Veranstalter soll die Demonstration um 11 Uhr am Bahnhof Uelzen starten, später soll der Protestmarsch über die Rathauskreuzung bis zum alten Rathaus ziehen. Dort endet um 13 Uhr die Demonstration, geplant sind Redebeiträge der JuSos und der Grünen Jugend. Nach Angaben der Uelzener Stadtsprecherin Ute Krüger sind die Straßen in der Zeit wie an den Markttagen gesperrt.

Aktive Eltern

„Parents for Future“ veröffentlichen Erklärung

Die klimastreikenden Jugendlichen erhalten seit einigen Wochen Unterstützung von (ihren) Eltern – die sich als „Parents for Future“ nun auch organisieren. Jetzt veröffentlichten Landesgruppen der „Parents for Future“ aus 19 verschiedenen Nationen eine gemeinsame Erklärung unter dem Titel „Eltern und Großeltern für eine sichere, gerechte und saubere Zukunft“, in der sie nachdrücklich ihre Unterstützung für die Klimastreiks der Schüler und ihre Forderungen an die Politik unterstreichen. „Damit wollen wir sowohl an die Politik als auch an den Einzelnen appellieren“, sagt Meike Wunderlich aus Egestorf, eine der Bundessprecherinnen der Deutschen „Parents for Future“-Gruppe.

Die vollständige Erklärung gibt es hier als PDF. Den Link zur WhatsApp-Gruppe der Lüneburger „Parents for Future“ ist zu finden auf www.parentsforfuture.de.

Von Robin Williamson