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Wird ein Käufer für das Wohnheim an der Lüneburger Wichernstraße gefunden? Foto: be

Ein Verkauf, um zu wachsen

Lüneburg. Kleine Anzeigen in den Immobilienteilen der FAZ und der Süddeutschen Zeitung haben unter einigen Studenten für Unruhe gesorgt: Die Gesellschaft Campus bietet ein „Studierendenwohnheim – Leuphana Universitätscampus in Lüneburg“ an. Für die 84 Zimmer auf einer Fläche von rund 2720 Quadratmetern ruft die Annonce als Verhandlungsbasis einen Preis von 8,5 Millionen Euro auf. Ein Kritiker, der sich an die LZ wandte und behauptet, für eine Gruppe zu sprechen, wähnt Campus als Verein, Stiftung und GmbH in finanziellen Nöten. Das weist Campus weit von sich. Im Gegenteil, regelmäßig sei ein Plus erwirtschaftet worden, 2018 liege es bei rund 90.000 Euro.

Der Campus-Management-Geschäftsführer Klaus Hoppe, der Vorsitzende des Beirats der Stiftung, Hartwig Donner, und Vereinsvorstand Paul Reichwald umreißen im Gespräch, dass sie einen Versuchsballon gestartet haben, um zu ermitteln, wie groß Interesse und Kaufbereitschaft ausfallen. Das Ergebnis: rege. Die Überlegung sei Teil einer unternehmerischen Entscheidung: Wenn Campus das Wohnheim 2 an der Wichernstraße gut verkauft bekomme, könne er ein neues Wohnheim mit rund 200 Plätzen anbieten. Campus möchte außerdem auf dem Gelände der ehemaligen Schlieffenkaserne – im Baugebiet Hanseviertel III – weiteren Wohnraum schaffen. Hoppe sagt: „Wir würden damit mehr als doppelt so viele Plätze als am alten Standort anbieten können.“

Die Mietstruktur soll bleiben wie sie ist

Das Wohnheim Campus 2, direkt auf dem Uni-Gelände gelegen, soll auch nach einem möglichen Verkauf unter Verwaltung von Campus bleiben. Auch die bisherige Mietstruktur solle bleiben wie sie ist. Könne das Gebäude nicht als Ganzes veräußert werden, sei es denkbar, einzelne Wohnungen zu verkaufen, um die Finanzierung für das neue Projekt hinzubekommen. Eine andere Nutzung sei auch nicht zu befürchten, sagt Donner, ehemaliger Uni-Präsident, denn der Bebauungsplan lege die Nutzung als Wohnheim fest.

Der Verein gehe den Weg auch nicht zum ersten Mal: 2015 sei bereits ein Wohnheim verkauft worden. Hoppe sagt, dass dort weiterhin Studenten wohnen – zu relativ günstigen Mieten. Die durchschnittliche Miete liege bei Campus 2 bei 7,83 Euro pro Quadratmeter. Zu berücksichtigen sei, dass durch häufigen Wechsel der Mieter ein höherer Renovierungsbedarf bestehe. Insgesamt gehören dem Verein etwa 250 Wohnungen, 100 weitere verwalte er mit.

Stadt in Planungen eingebunden.

Donner und Reichwald betonen, dass die Geschäftsführung keine einsamen Entscheidungen treffe. Der Beirat fungiere, selbst wenn das juristisch nicht so festgeschrieben sei, wie eine Art Aufsichtsrat. Auch die Stadt sei in Planungen eingebunden.

Hoppe und seine Mitstreiter empfinden „keinen Zeitdruck“. Denn im Hanseviertel III seien mit dem Projektentwickler, einer Tochter der Sparkasse, noch verschiedene Fragen zu klären. Unter anderem, ob Campus überhaupt den Zuschlag erhalte und – wenn ja – zu welchen Konditionen. Andernfalls bleibe alles, wie es ist.

Von Carlo Eggeling

Feier in der Riterakademie am Freitag

Geburtstag

Der Verein Campus, Ursprung der heutigen Campus-Gruppe, ist 25 Jahre alt. Der Geburtstag wird am Freitag, 5. April, ab 16 Uhr in der Lüneburger Ritterakademie gefeiert. Neben Musik und Reden soll die Feier mit angemeldeten Gästen vor allem Gelegenheit zu Begegnungen und Gesprächen geben.