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Der Bau eines Glasfasernetzes soll nun auch in Bardowick, Vögelsen und Reppenstedt forciert werden. Auf dem Foto sind Leerrohre zu sehen, die im Tiefbau verlegt werden. Erst später werden die Glasfasern in einem speziellen Verfahren in die Leerrohre geblasen. Foto: A/dth

Schnelles Internet kommt ab Juni

Bardowick. Nach der Zwangspause zuletzt geht es jetzt zügig mit dem schnellen Internet für Bardowick, Vögelsen und Reppenstedt voran. Denn die Kommunalaufsicht beim Landkreis Lüneburg hat den Plänen der Samtgemeinden Bardowick und Gellersen grünes Licht erteilt, ein eigenes Unternehmen zu gründen, um den privatwirtschaftlichen Ausbau eines Glasfasernetzes für schnelles Internet in Bardowick, Vögelsen und Reppenstedt möglich zu machen. Vor drei Wochen hatten die Räte der Kommunen den politischen Beschluss für diesen Weg gefasst. Die beiden Samtgemeinden rufen nun die „Breitbandnetz Verwaltungsgesellschaft mbH“ ins Leben. Gesellschafter sind außerdem die LAN Consult Holding aus Hamburg und die ElbKom AöR, ein Tochterunternehmen der Samtgemeinde Elbmarsch.

Neue Firma bahnt Glasfaser den Weg

Die Gesellschaft übernimmt Geschäftsführung und Haftung für die „Infrastrukturgesellschaft mbH& Co KG“, die das Glasfasernetz baut und vermietet. Die Mehrheit liegt in der Hand des privaten Planungsbüros LAN Consult.
Am kommenden Freitag steht der Notar-Termin für die Unterzeichnung der Verträge an“, berichtet Heiner Luhmann (CDU), Bürgermeister der Samtgemeinde Bardowick.

Hamburger Unternehmen wird Betreiber

Pächter des Netzes und damit Betreiber des schnellen Internets wird das Unternehmen Internexio aus Hamburg. Sobald die Tinte unter den Verträgen trocken ist, soll nach Luhmanns Worten schnell die Vermarktung beginnen. Gute Nachricht für alle 2500 Bardowicker, Vögelser und Reppenstedter, die bereits Vorverträge mit der Firma NGN Telecom über den Glasfaseranschluss geschlossen hatten, der unter dem Namen „Das bessere Netz“ vermarktet wurde: Alles bleibt beim Alten, die Verträge bleiben zu den bisherigen Konditionen unverändert bestehen, obgleich es mit Internexio einen neuen Betreiber geben wird. „Der Beginn der Tiefbauarbeiten ist für den Frühsommer in der zweiten Junihälfte vorgesehen. Wo der Startschuss fällt, hängt davon ab, wo es technisch als erstes möglich ist“, sagt der Bürgermeister.

30 MBit galten bisher als genug

Hintergrund der Unternehmensgründungen ist, dass Bardowick, Vögelsen und Reppenstedt bislang vom kommunalen Ausbau des Glasfasernetzes ausgeschlossen blieben. Mit Bandbreiten von 30 MBit pro Sekunde im Download gelten die drei Orte offiziell als versorgt. Der Gesetzgeber untersagt der öffentlichen Hand jedoch, beim Aufbau eines zukunftssicheren Glasfasernetzes selber tätig zu werden. Nicht verboten ist Kommunen allerdings, eigene Unternehmen zu gründen, um solche Projekte zu realisieren.

Zu diesem Schritt entschlossen sich die beiden Samtgemeinden, nachdem der private Investor NGN Telecom im Dezember vergangenen Jahres aus wirtschaftlicher Erwägung einen Rückzieher gemacht hatte, weil ihm die Vorvertragsquote von 35 bis 40 Prozent zu niedrig war. Daraufhin hatten die Kommunen nach alternativen Wegen gesucht, um das Glasfasernetz in Bardowick, Vögelsen und Reppenstedt doch noch realisieren zu können.

Der Netzbau in Barum und St. Dionys beginnt im Sommer

„Unser Ziel ist es, dass alle Orte in der Samtgemeinde Bardowick im Frühjahr kommenden Jahres mit Glasfaseranschlüssen und dann mit schnellem Internet versorgt sind“, sagt Luhmann. Denn unabhängig von den Entwicklungen für Bardowick, Vögelsen und Reppenstedt geht der Glasfaserausbau in den anderen Gebieten beider Samtgemeinden unvermindert weiter.

Heiner Luhmann berichtet, dass Wittorf bis auf den Ortsteil Hohensand und das Gewerbegebiet Wittorfer Heide am Netz ist. „Die ersten 300 Haushalte haben bereits Zugang zum schnellen Internet.“ Gleiches gilt für Kirchgellersen. Bereits im März konnten überdies die ersten Bürger in Südergellersen und Heiligenthal mit Highspeed-Geschwindigkeit surfen. In Radbruch wird das Glasfaserkabel per Druckluft als nächstes in die bereits verlegten Leerohre gebracht, es folgt Mechtersen. Der weitere Plan sieht vor, dass in Barum und St. Dionys der Netzbau im Sommer beginnt.

Von Stefan Bohlmann

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