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Sie sind die neuen Stars der aktuell laufenden 16. Staffel (v.l.): Lara-Isabelle Rentinck, Julian Brodacz, Solveig August, Tom Mikulla, Gerit Kling, Axel Buchholz, Julia Dahmen, Oliver Franck und Caroline Kiesewetter. Im August beginnen die Dreharbeiten zur jetzt genehmigten 17. Staffel mit neuen Hauptakteuren. Auch die 18. Staffel wurde jetzt schon vertraglich festgelegt. (Foto: A/dpa)

Die Rosen blühen bis mindestens 2021

Lüneburg. Es ist der 6. November 2006, ein angenehmer Herbst-Montag. Dennoch schalten 1,4 Millionen Zuschauer um 14.10 Uhr das Erste ein, hören „This is my life“ von Joanna Zimmer, Titelsong der neuen Telenovela „Rote Rosen“ – Beginn einer Erfolgsgeschichte. Und die scheint nicht enden zu wollen: Nun hat auch das letzte Gremium der ARD einer Verlängerung um weitere 400 Folgen zugestimmt, der Vertrag mit der Produktionsfirma Studio Hamburg Serienwerft ist unterschrieben. Die Folgen 3001 bis 3400 für die Staffeln 17 und 18, die in den Studios im Industriegebiet Hafen und in der Stadt gedreht werden, laufen dann bis ins Jahr 2021.

Dabei hatte anfangs niemand mit einem derartigen Erfolg gerechnet, nicht mal die Macher selbst. Denn die hatten zunächst 100 Folgen geplant mit der Option auf 100 weitere. Doch nach tollen Einschaltquoten wurden die Verträge mit den Hauptdarstellern schnell für die zweiten 100 verlängert. Seither läuft eine Staffel jeweils über 200 Folgen, in der jeweils eine Frau in der Mitte ihres Lebens einen Wendepunkt ihrer familiären oder beruflichen Lage sieht und sich die Frage stellt: Will ich so weitermachen oder meine Lebensperspektiven ändern?

Arbeitgeber für 150 Personen

Die Rosen wurden schnell nicht nur zu einem Hit für die ARD, sondern auch zu einem millionenschweren Wirtschaftsfaktor für Lüneburg. Die Serie ist eine unbezahlbare Werbung für die Stadt, lockt Touristen in Scharen, die sich die Schauplätze der Rosen anschauen wollen – und so ganz nebenbei Geld in Hotels, Gaststätten und im Handel lassen. Es gibt von der Stadtmarketing spezielle Rosen-Führungen, die Serienwerft selbst bietet Studio-Führungen an.

Und dann ist da noch die Produktionsfirma selbst. Produzent Emmo Lempert kann keine konkrete Zahl nennen, sprach aber 2012 für die ersten sechs der inwzischen zwölfeinhalb Rosen-Jahre inklusive Startinvestitionen von deutlich mehr als 100 Millionen Euro: „Ein Anteil von bis zu einem Drittel bleibt direkt in der Region.“

Die Rosen sind ein großer Arbeitgeber, beschäftigen in ihren Studios im Industriegebiet Hafen rund 150 Mitarbeiter, von den Schauspielern bis hin zu den Kabelträgern. Auch die wohnen größtenteils in Lüneburg, zahlen hier ihre Miete, kaufen hier ein.

Aktuell läuft die 16. Staffel mit Hauptdarstellerin Gerit Kling, oft mehr als 1,5 Millonen Zuschauer sehen die Erstaustrahlung einer Folge. Im August wird die 3000. Folge im Kasten sein, das wird groß mit aktuellen und ehemaligen Stars und weiteren prominenten Gästen gefeiert.

Von Rainer Schubert