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Der Rangierbahnhof in Maschen ist der größte seiner Art in Europa. Damit der steigende Güterverkehr aus den norddeutschen Seehäfen nach Süd- und Ostdeutschland abgefahren werden kann, soll das Schienennetz ausgebaut werden. (Foto: dth)

Vorzug für die A7-Trasse?

Lüneburg/Hannover. Vertreter der Hansestadt Lüneburg haben sich am Donnerstag in Hannover auf einer Infoveranstaltung der Deutschen Bahn (Netze) über die Bewertung verschiedener Ausbauvarianten für die Schienenstrecke Hamburg-Hannover auf den neusten Stand bringen lassen. Und Lüneburgs Verkehrsdezernent Markus Moßmann fühlt sich einer Pressemitteilung der Stadt zufolge durch das Ergebnis bestätigt, dass die derzeit von der DB untersuchten Varianten in der Praxis vor Ort nicht umsetzbar sind: „Wir nähern uns in den Untersuchungen also offenbar der von uns favorisierten A7-Trasse. Sie könnte alle Anrainer der Hauptstrecke vom Güterverkehr entlasten und dort damit zugleich mehr Kapazitäten für den Schienenpersonennahverkehr schaffen, die wir dringend benötigen“, heißt es in dem Schreiben.

Im Einzelnen sagt Moßmann zu den Varianten: „Die nackte Dreigleisigkeit, wie sie auch schon Ende Februar vorgestellt worden war, bringt nicht mehr Kapazitäten für den Personenverkehr und auch das Plus beim Güterverkehr reicht für den Bedarf nicht aus. Ebenso führt die Variante nicht zu dem vom Bund für die Bahn ausgegebenen Ziel ,Deutschlandtakt‘ und bringt nur einen minimalen Fahrzeitgewinn. Die Variante 2 setzt zur Verkürzung der Fahrtzeit im Personenverkehr auf eine höhere Geschwindigkeit. Diese ist aber in den realen Grundrissen nicht machbar, dafür sind die Kurven und räumlichen Verhältnisse rund um den Lüneburger Bahnhof viel zu eng. Gebäude müssten abgerissen werden, und nicht nur dort. Damit sollte klar sein, dass dem Kompromiss aus dem Dialogforum Schiene Nord die Diskussionsgrundlage entzogen ist.“

Bleibt Variante 3, der Ausbau der Bestandsstrecke durch Ortsumfahrungen. Nähere Untersuchungen dazu will die DB in einer ähnlichen Runde voraussichtlich im Juni vorstellen.

Grundlage für die vorgestellten Ergebnisse ist eine Eisenbahnbetriebswissenschaftliche Untersuchung zur „optimierten Dreigleisigkeit“ im Raum Stelle-Lüneburg-Uelzen-Celle. Diese kommt unter anderem zu folgenden Ergebnissen:

  • Keine Verbesserung im Angebotskonzept für Schienenpersonennah- und -fernverkehr gegenüber dem aktuellen Fahrplan 2019. Das Land Niedersachsen hat für den Zeitraum 2030+ für den Schienenpersonennahverkehr gegenüber heute (102) nur 32 zusätzliche Züge angemeldet (134). Ob diese 34 Züge für die notwendige Verkehrswende ausreichend sind, erscheint der Hansestadt fraglich.
  • Die Überlegungen zum Deutschland-Takt lassen sich mit der 3-Gleisigkeit nicht umsetzen.
  • Auf einer derartigen Strecke ließen sich 284 Güterzüge fahren; der Bund hat im Bundesverkehrswegeplan vorgesehen, dass auf der Strecke 376 Güterzüge fahren sollen; es können also 92 vom Bund vorgesehenen Züge nicht gefahren werden.
  • Für den Abschnitt Stelle-Lüneburg-Uelzen kann nach dieser Variante kein Fahrzeitgewinn realisiert werden, lediglich für den Abschnitt Celle-Hannover können maximal 1,5 Minuten für den Schienenpersonenfernverkehr herausgeholt werden.
  • Während der Bauphase käme es zu sehr spürbaren Einschränkungen im Verkehrsangebot. lz