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Mit Schülern einen Baum der Freundschaft gepflanzt haben (vorne, von links) Birgit Burmester, Andrea Naumann, Yamini da Cruz, Michaela Bosselmann, Kornelia Kruk, Stefan Schulz, Nadine Busse, Philippe Tonin, Imogen Burmeister, Anja Hoff und Brigitte Rebel. Foto: mv

Was sich Schüler wünschen für die deutsch-französische Freundschaft

Lüneburg. „Vorsicht, Baum!“, ruft Lehrerin Kornelia Kruk den Jugendlichen zu, die am noch zu pflanzenden Baumsprössling vorbeidrängen. Die Schule in der kleinen französischen Gemeinde Saint-Maixent-l‘École und das Gymnasium Oedeme arbeiten seit vielen Jahren zusammen. Jedes Jahr verbindet der deutsch-französische Austausch Schüler der Jahrgänge 6 bis 8, Lehrer und Familien. Zum Zeichen der Verbundenheit wurde jetzt gemeinsam mit den Austauschschülern eine Platane im Vorhof des Lüneburger Gymnasiums gepflanzt. Um den jungen Baum fachgerecht einzupflanzen, eilten Kollegen der BBS II zur Hilfe. Unter der Anleitung von Markus Dierssen wurde das Holzgerüst zusammengenagelt und der Baum ins ausgehobene Loch gesetzt.

Schulleiter Stefan Schulz und die Organisatorin Kornelia Kruk gingen auf die Bedeutung der internationalen Freundschaft und die gemeinsame Geschichte der beiden Länder ein. Das Gymnasium Oedeme feiert in jedem Jahr am 22. Januar die deutsch-französische Freundschaft, die aus dem Beschluss des Élysée-Vertrages aus dem Jahr 1963 entstand. Im Anschluss stürmten die Kinder fröhlich zu den bunten Zetteln, auf die sie ihre Wünsche schreiben durften, um sie später an den Baum zu hängen.

Hohe Herausforderung für die Heranwachsenden

„Die Schüler profitieren von dieser kulturellen Erfahrung. Egal wie gut sie französisch sprechen, sie kommen jedes Mal gestärkt vom Austausch zurück“, hat Lehrerin Imogen Burmeister beobachtet. Der Austausch sei eine hohe Herausforderung für die Heranwachsenden, auch weil sie sich in der Fremde zurechtfinden müssen. Gerade dadurch würden die Sprachkompetenz und die Persönlichkeitsentwicklung gefördert.

Dass sich tatsächlich enge Freundschaften über Ländergrenzen bilden, belegt das Beispiel der beiden Familien – eine aus Deutschland, eine aus Frankreich, die im vergangenen Jahr gemeinsam in den Urlaub gefahren sind. Auch Schulleiter Schulz erinnert sich gern an eigene Austauscherfahrungen und empfindet sie als sehr wichtig: „Man taucht ganz anders in die Kultur ein, wenn man in einer Gastfamilie lebt, als beispielsweise in einem Urlaub.“

„Ich wünsche mir, dass es nie wieder Krieg gibt“

Was die Schüler über den Austausch denken, ließ sich leicht an ihren Wünschen für die Freundschaft erkennen: „Ich wünsche mir, dass es nie wieder Krieg gibt“, schrieb ein Schüler. Lara verzierte ihren Zettel mit vielen Herzen und wünscht sich, „dass die Deutsch-Französische Freundschaft noch ewig erhalten und gepflegt wird“.

Noch bis Ende der Woche werden die französischen und deutschen Schüler weitere Ausflüge unternehmen. mv