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Nach 22 Jahren Ratsarbeit wurde Bernhard Stilke (Grüne, li.) von Bürgermeister Michael Herbst verabschiedet. Foto: uk

Startschuss für Bau des Dorfgemeinschaftshauses

Wittorf. Auf diese Nachricht hat man in Wittorf lange gewartet. Während der jüngsten Sitzung des Gemeinderates konnte Michael Herbst (SPD) sie nun in der Schießhalle endlich verkünden: „Der Förderbescheid für das Dorfgemeinschaftszentrum wurde jetzt abgeschickt, wird uns also in den nächsten Tagen vorliegen“, teilte der Bürgermeister mit und fügte erleichtert an: „Wir können also endlich den Startschuss für den Bau geben.“

Planung startet vor zwei Jahren

Dass der Förderbescheid und damit die Finanzierung des Bauprojektes sich so lange hinziehen würden, das hatte in Wittorf vor zwei Jahren auch niemand gedacht. Schon damals war die Planung für das zweite Dorfgemeinschaftshaus, das neben dem Sportplatz errichtet werden soll, gestartet. Eine prinzipielle Förderzusage durch das Amt für Regionale Landesentwicklung folgte im Mai 2018. Doch ohne schriftlichen Bescheid kein Baubeginn – also wartete man in Wittorf weiter. Die Belohnung gibt es jetzt mit einem positiven Ergebnis: 500.000 Euro beträgt der Zuschuss für das 1,6 Millionen-Euro-Projekt, das Raum für Vereine und Gruppen schaffen soll. Die Fertigstellung soll im Sommer 2020 sein.

1,6 Millionen Euro-Projekt soll 2020 fertig sein

Einstimmig segnete der Rat den Haushalt 2019 ab. Herbst präsentierte die Eckdaten: Der Verwaltungshaushalt schließt bei Erträgen von 2,75 Millionen Euro und Aufwendungen von 2,63 Millionen Euro mit einem erfreulichen Überschuss. Bei den Investitionen fließt der Löwenanteil (589 000 Euro) in Bauarbeiten an den Straßen Moorweg, Heideweg und Hohensand. Die Erneuerung der Bushaltestellen inklusive neuer Wartehäuschen schlägt mit 70 000 Euro zu Buche.

Kita-Zuschuss mehr als verdoppelt

Sorge macht dem Gemeindechef, dass der Zuschuss für den Kindergarten rasant nach oben schießt: Lag er 2017 noch bei 181.000 Euro, so ist er mittlerweile auf 390.000 Euro geklettert. Dafür verantwortlich sei vor allem die Landesregierung, so Herbst: „Das Land entschädigt uns nicht für die Beitragsfreiheit der Kita-Plätze. Zur Zeit müssen wir damit leben, aber das ist einfach nicht hinnehmbar.“ Die Ratsmitglieder sahen das ähnlich. Rainer Stallbaum (CDU) meinte: „Der Druck muss von den Eltern kommen. Vielleicht sollten wir nur die Pflichtstunden zahlen.“ Und Thomas Herbst (CDU) hatte errechnet: „Die Gemeinde bezuschusst den Kindergarten mit 61,46 Prozent, das ist eine Riesensumme.“ Lob gab es von ihm für die geplanten Straßenarbeiten: „Wir investieren viel Geld, aber kassieren nichts von den Anwohnern. Das finde ich sehr gut.“ Die Straßenausbaubeitragsatzung war schon vor Jahren abgeschafft worden. Neue Wege geht ein Wittorfer Urgestein: Bernhard Stilke (Grüne) zieht um und verlässt damit nach mehr als 22 Jahren auch den Wittorfer Gemeinderat. Die Ratskollegen bedankten sich mit Geschenken für das langjährige Engagement. Weil es keinen Nachrücker gibt, schrumpft der Rat um einen Sitz.

Groß ist der Ärger im Rat über ungenehmigte Sägeaktionen auf Gemeindegrund. „Da passieren Nacht- und Nebelaktionen“, sagte Michael Herbst, „so schnell kann man gar nicht gucken, wie die Bäume weg sind.“ Jetzt wird über Strafzahlungen, zumindest aber die Pflicht, Bäume zu ersetzen, nachgedacht.

Von Ute Klingberg-Strunk