Aktuell
Home | Lokales | Mäßiges Fahrradklima
Radwege
Unterm Strich wurde Lüneburgs Radwegen die Note 3,8 verpasst, vor zwei Jahren stand noch eine 3,6 im Zeugnis. (Foto: us)

Mäßiges Fahrradklima

Lüneburg. Das Ergebnis dürfte die Verkehrsplaner nicht aus dem Sattel holen: Lüneburg ist zwar fahrradfreundlich, doch die Noten haben sich leicht verschlechtert. 777 Lüneburger hatten an der bundesweiten Befragung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) teilgenommen. Unzufrieden sind sie vor allem mit der Breite der Radwege und den Pisten selbst, das Urteil: zu holprig und uneben.

Unterm Strich wurde Lüneburg die Note 3,8 verpasst, vor zwei Jahren stand noch eine 3,6 im Zeugnis. Für knapp die Hälfte der Teilnehmer bedeutet Radfahren in Lüneburg Stress (Note 4 oder schlechter). ADFC-Vorstandsmitglied Burkhard von Roeder sagt: „Fahrradfreundlichkeit ist ein wichtiger Standortfaktor für attraktive Städte. Deshalb bereitet es uns Sorgen, dass sich die Lüneburger auf dem Rad nicht wohler und sicherer fühlen, obwohl die Verwaltung in den vergangenen Jahren einiges zur Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur getan hat.“ Er nennt als Beispiele den Lösegrabenweg und die Gestaltung von Scholze- und Scharffkreuzung.

Regelmäßige Radwegparker-Kontrollen

Burkhard von Roeder fordert kontinuierliche Radwegparker-Kontrollen und mehr Tempo-30-Zonen. Dies könne die Situation deutlich verbessern.

Das Fahrradklima habe sich in den vergangenen Jahren immer weiter verschlechtert, ebenso das Sicherheitsgefühl, monierte der ADFC. Insgesamt sind Falschparker auf Radwegen, die schlechte Führung des Radverkehrs an Baustellen und die fehlende Breite von Radwegen die am meisten kritisierten Probleme. Drei Viertel der Befragten gaben an, dass man Kinder nur mit schlechtem Gefühl allein mit dem Rad fahren lassen kann.

Sicherheitsgefühl verschlechtert sich

Julia Verlinden (Grüne) betonte, dass in allen Orten in Nordost-Niedersachsen, die am Fahrradklima-Test teilgenommen hätten, die Bewertungen gegenüber 2016 schlechter ausgefallen seien. „Das sind keine guten Nachrichten fürs Radfahren und für die Verkehrswende in Norddeutschland.“

Immerhin: Bundesweit gilt Niedersachsen als fahrradfreundlichstes Land. Lüneburg liegt auf Platz 26 von 106 in der Kategorie der Städte über 50 000 Einwohner, im Landesvergleich auf Platz von 5 von 12.

Einzelbewertung

Breite der Wege ist das Schlusslicht

  • Erreichbarkeit Stadtzentrum: 2,3
  • Öffentliche Fahrräder: 2,5
  • Radfahren durch Alt und Jung: 2,6
  • Geöffnete Einbahnstr. in Gegenrichtung: 2,7
  • Zügiges Radfahren: 2,7
  • Spaß oder Stress: 3,4
  • Wegweisung für Radfahrer: 3,4
  • Abstellanlagen: 3,6
  • Winterdienst auf Radwegen: 3,6
  • Akzeptanz als Verkehrsteilnehmer: 3,7
  • Konflikte mit Fußgängern: 3,7
  • Reinigung der Radwege: 3,9
  • Sicherheitsgefühl: 4,0
  • Hindernisse auf Radwegen: 4,1
  • Werbung für das Radfahren: 4,1
  • Medienberichte: 4,1
  • Fahrradförderung in jüngster Zeit: 4,3
  • Konflikte mit Kfz: 4,3
  • Ampelschaltungen für Radfahrer: 4,3
  • Fahren im Mischverkehr mit Kfz: 4,3
  • Fahren auf Radwegen & Radf.-streifen: 4,3
  • Führung an Baustellen: 4,4
  • Oberfläche der (Rad)wege: 4,5
  • Fahrraddiebstahl: 4,6
  • Falschparkerkontrolle auf Radwegen: 4,6
  • Fahrradmitnahme im ÖPNV: 4,6
  • Breite der Radwege: 4,7

(Schulnotensystem: 1 = fahrradfreundlich)

Von Werner Kolbe