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Vanille ist eine der wichtigsten Einnahmequellen für die Landwirtschaft in Madagaskar. Foto: Symrise AG

Von Lüneburg bis Madagaskar

Lüneburg/Holzminden. Auf Madagaskar wird im großen Stil Vanille angebaut. Die Insel im Südosten Afrikas produziert mehr Schoten als jedes andere Land der Erde. Sowohl für seinen Geschmack als auch für den Geruch ist Vanille weltweit beliebt und wird für unterschiedliche Nahrungsmittel und Kosmetika verwendet. Um aus der geernteten Pflanze verwertbares Vanilleextrakt zu machen, braucht es einen monatelangen Fermentationsprozess. So lang können die Menschen auf Madagaskar nicht immer warten. Wenn bei ihnen das Essen knapp wird, wird die Vanille zu schlechten Preisen verkauft, in welchem Zustand sie auch immer ist, um über die Runden zu kommen.

Mehr Sicherheit für die Anbauer

Friedrich-Wilhelm Micus setzt auf Nachhaltigkeit. Foto: Symrise

Das Niedersächsische Unternehmen „Symrise“ versucht, andere Wege zu gehen. Langfristige Partnerschaften mit Landwirten versprechen beiden Seiten Sicherheit. In Hungerszeiten gewährt Symrise den am Anbau Beteiligten Kredite, damit diese sich und ihre Familien ernähren können. Reine Gemeinnützigkeit ist das nicht. Das Unternehmen stellt Duft- und Geschmacksstoffe her. Durch die sogenannten „Reiskredite“ kann es sicherstellen, dass hochwertiges Vanilleextrakt hergestellt wird und die Fermentation nicht zu früh abgebrochen wird. Dieses Vorgehen ist ein Teil des Bestrebens, eine nachhaltige Lieferkette aufzubauen. Für dieses Engagement wurde Symrise kürzlich mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

Seit viereinhalb Jahren kümmert sich der Leuphana-Student Friedrich-Wilhelm Micus bei dem in Holzminden ansässigen Unternehmen sowohl um die interne als auch die externe Nachhaltigkeitskommunikation. Er organisiert zum Beispiel sogenannte „Nachhaltigkeitstage“, an denen sich die Belegschaft zu dem Thema informieren und austauschen kann. Außerdem ist er dafür verantwortlich, das Engagement des Unternehmens in die Öffentlichkeit zu tragen.

Masterarbeit bereits eingereicht

Als er seine aktuelle Tätigkeit aufnahm, entstand in Micus der Wunsch nach einer größeren theoretischen Basis für seine Arbeit. Deshalb entschied er sich dafür, an der Leuphana den „MBA Sustainability Management“ zu beginnen. „Es war für mich sehr wichtig, dass es möglich war, das Studium berufsbegleitend zu absolvieren“, erzählt Micus. Außerdem wisse er die Kontakte, die er an der Leuphana geknüpft habe, sehr zu schätzen. „In dem Studiengang kommen Menschen mit unterschiedlichsten beruflichen Hintergründen zusammen, was unglaublich spannend ist.“ Auch die Praxisnähe des Studiengangs sagt Micus zu. Statt trockener Theorie werde dort viel anhand realer Beispiele vermittelt.

Seine Masterarbeit hat Micus bereits eingereicht. Damit steht sein Studium kurz vor dem Abschluss. Was er dort gelernt hat, bringt er nun in seine vielfältige berufliche Tätigkeit ein. Neben seinen Tätigkeiten im Bereich „Kommunikation“ ist er auch Mitglied des „Sustainability Boards“. Damit ist er direkt daran beteiligt, die Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens zu entwickeln.

Von Robert Schuppe