Aktuell
Home | Lokales | Goldene Lüneburg-Hochzeit
Jürgen Edinger (l.) liebt Lüneburg und ist mit Hans Winterberg gut befreundet, die beiden kennen sich seit Jahrzehnten. Der Hotelier hat Edinger für seine 50-jährige Verbindung an die Ilmenau eine Urkunde geschenkt. Foto: ca

Goldene Lüneburg-Hochzeit

Lüneburg. Der Beginn der großen Liebe begann kriegerisch: Jürgen Edinger musste für 18 Monate an die Ilmenau, um in der Theodor-Körner-Kaserne seinen Wehrdienst abzuleisten. Mit acht Männern auf einer Stube, es herrschte ein rauer Ton, es gab Nachtübungen mit ein paar Stunden Schlaf in einem klapperkalten Zelt, Märsche mit Gewehr und schwerem Gepäck. Schön ist anders. Trotzdem hat Edinger 1969 sein Herz an Lüneburg verloren. „Ich feiere goldene Hochzeit“, sagt der Rheinländer. Denn er ist immer wieder nach Lüneburg zurückgekommen, und meistens hat er bei seinem Freund „Hänschen“ Winterberg Quartier genommen, dem Wirt des Lokals Rotes Tor. Die beiden verbindet sozusagen auch Leib und Magen.

Das kam so: Die Kost in der Kaserne war für die jungen Soldaten nicht immer das, was sie sich wünschten. Winterberg betrieb damals in seinem Restaurant auch einen legendären Lieferdienst für halbe Hähnchen. Das kam den Rekruten zupass: Übergabe mit abgezählten Geld am Kasernentor. Später kamen sie auch auf ein Bier in das Lokal. „Wenn wir unseren Wehrpass vorlegten, gab‘s ‘ne Kartoffel mehr“, erzählt Edinger. Das war wichtig – bei 90 Mark Sold im Monat waren keine großen Sprünge drin. Die 400 Kilometer lange Zugfahrt nach Hause nach Mönchengladbach habe 38 Mark gekostet: „Das war nur einmal im Monat drin.“

Er gehört inzwischen zur Familie

Winterberg und Edinger wurden Freunde. Der Soldat, inzwischen als Kaufmann international für einen Konzern tätig, kam immer wieder in die Heide, um bei Hänschen Station zu machen. Er gehört inzwischen zur Familie: „Ich weiß noch, wie die Töchter in der Ilmenau mit Schwimmflügeln planschten.“ Der heute 70-Jährige wurde Mitglied im Sparclub, da gehörten Rad- und Kanutouren dazu: „Ich wurde mit Ilmenauwasser als Lüneburger getauft, als ein Boot kenterte.“

Seit Jahrzehnten besucht Edinger den 79-Jährigen ein paar Mal im Jahr. Klar, dass sie ihre goldene Hochzeit feiern. Mit Urkunde, gutem Essen und Freunden. „Darauf freue ich mich schon“, sagt Edinger. Lüneburg bleibt seine Liebe – die Eiserne Hochzeit wollen sie auch noch feiern. ca