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Stephen Struwe-Ramroth (l.) und Michael Kiesewetter setzen auf Beratung und Förderung: Mit Mitteln des Staates sollen Wirtschaft, Infrastruktur und sozialer Wohnungsbau unterstützt werden. Foto: ca

Gutes Geld für die Region

Lüneburg. Das Lüneburger Unternehmen Clage gedeiht prächtig. Die elektrischen Warmwassergeräte sind so gefragt, dass das Unternehmen mit seinen 220 Beschäftigten wachsen will. Elf Millionen Euro investieren Chef Jörg Gerdes und seine Familie, um neue Hallen für Produktion und Lager zu schaffen. Der Wirtschaftsminister war im vergangenen Herbst vor Ort, um zu loben und Geld mitzubringen: Bernd Althusmann überreichte einen Förderbescheid über 1,1 Millionen Euro. Das Geld stellt die landeseigene NBank zur Verfügung. Am Donnerstag zogen Vorstandsvorsitzender Michael Kiesewetter und der Leiter der Lüneburger Beratungsstelle, Stephen Struwe-Ramoth Bilanz ihrer Förderungen im vergangenen Jahr.

Clage sei ein gutes Beispiel für den Erfolg der Investitionsförderung: Das Unternehmen nehme eben auch eigenes Geld in die Hand und schaffe rund 30 neue Arbeitsplätze.

Bank bündelt und bewilligt Fördermittel der EU

Die beiden Wirtschaftsfachleute nannten als Leuchtturm in der Region Voelkel. In Pevesdorf an der Elbe nahe Schnackenburg produziert und vertreibt der Betrieb Frucht- und Gemüsesäfte in hoher Bio-Qualität. Das Unternehmen will ebenfalls größer werden. „Wir unterstützen das Projekt mit einem Zuschuss von 20 Prozent der Kosten“, berichtet Struwe-Ramoth. Im abgelegenen Wendland, in dem Jobs rar gesät sind, bedeutet das Wachstum des Saft-Herstellers nicht nur eine Sicherung von Arbeitsplätzen, es sollen auch neue entstehen.

Die Lüneburger Zweigstelle der NBank ist für den ehemaligen Regierungsbezirk zuständig, also elf Landkreise zwischen Cuxhaven, Celle und Lüchow. Die Bank bündelt und bewilligt Fördermittel der Europäischen Union, des Bundes und des Landes, um so Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Wohnungsbau, Infrastruktur und über den Europäischen Sozialfonds ESF auch soziale Projekte voranzubringen.

Günstige Darlehen oder Zuschüsse

„Im Vergleich zu 2017 haben wir im vergangenen Jahr unser Fördervolumen um 30 Prozent erhöht“, sagte Kiesewetter. 818 Millionen Euro flossen aus den Schatullen in Hannover in Vorhaben zwischen Elbe und Harz, 161 davon gingen in die Region Lüneburg. Die Förderung fällt unterschiedlich aus: So gewährt die NBank Unternehmen günstige Darlehen oder Zuschüsse. Auch Beteiligungen sind möglich. Dabei haben die Förderer auch kleinere Firmen und Unternehmensgründer im Blick wie etwa einen Elektrotechniker, der sich nach der Meisterprüfung in Winsen selbstständig gemacht hat. Gründerkredite werden bis 25.000 Euro gewährt.

Ein Schwerpunkt ist die Wohnraumförderung. Dort seien Mittel von 157 Millionen Euro ausgeschüttet worden, 50 Millionen mehr als im Jahr zuvor. So seien 1644 Wohnungen in Niedersachsen gefördert worden. Wichtig sei dabei, dass beim sozialen Wohnungsbau lange Belegungsbindungen zwischen 20 und 30 Jahren vereinbart werden. Aus diesem Topf werden auch Projekte der sozialen Stadt gefördert. Lüneburg profitiert davon beispielsweise in Kaltenmoor.

Das Duo betont, dass es nicht nur um Geld, sondern auch um Beratung gehe. Gerade für Unternehmensgründer sei es entscheidend, nicht nur eine gute Idee zu haben, sondern von Anfang an auf ausreichendes Kapital, Kostenkontrolle und Vertrieb zu achten. Daher der Rat: „Kommen Sie zu uns und informieren Sie sich.“

Von Carlo Eggeling

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Die Bank vor Ort

Sieben Mitarbeiter beraten Klienten in den Räumen im Haus der Wirtschaft an der Stadtkoppel 12. Doch sie bieten auch in der Fläche Beratungstermine an. Die Mitarbeiter setzen auf Kooperation mit Wirtschaftsförderer und Kammern sowie dem Amt für regionale Landesentwicklung. Zu erreichen ist das Büro unter (04131) 24443332 und unter beratung@nbank.de