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Stolz präsentieren Norbert Tietz, Rainer Rempe, Alexander Tietz und Hanstedts Samtgemeindebürgermeister Olaf Muus den vergoldeten Koffer, der bei der Grundsteinlegung in einem Fundament einbetoniert werden soll. Dass sich das schwierig gestalten wird, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand. Foto: kre

Freier Blick über die Baumwipfel

Nindorf. Ein vergoldeter Koffer stahl am Donnerstag den Bauherren die Show: Der Behälter, gefüllt mit einer Tageszeitung, Zeichnungen und Wunschkarten, sollte bei der Grundsteinlegung für den Baumwipfelpfad am Wildpark Lüneburger Heide eigentlich unter Beton im Fundament verschwinden. So war es geplant. Doch der Koffer entwickelte ein hartnäckiges Eigenleben. Zur Freude der Gäste. Obwohl bereits Tonnen von Beton auf ihm lasteten, tauchte der Behälter immer wieder auf. Einmal, zweimal, dreimal… Da halfen auch alle Anstrengungen, die Kiste wieder in den Beton zu drücken, wenig. Erst nachdem er mit einem großen Feldstein beschwert worden war, blieb er an seinem ihm zugedachten Platz – am Boden des Betonfundaments, das schon in wenigen Monaten den Hauptturm des Baumwipfelpfades tragen wird.

Bauherren investieren rund 6,5 Millionen Euro

Die unvorhergesehenen Probleme bei der offiziellen Grundsteinlegung waren aber bislang die einzigen Schwierigkeiten bei der Realisierung des Großprojektes. „Wir liegen absolut im Zeitplan“, freut sich Norbert Tietz, Geschäftsführer der Weitblick-Tietz GmbH & Co. KG. Bereits im August, spätestens aber im September soll der Baumwipfelpfad eröffnet werden.

6,5 Millionen Euro investieren Tietz und sein Sohn Alexander, der ebenfalls Geschäftsführer im Unternehmen ist, in das Projekt, das in unmittelbarer Nachbarschaft zum Wildpark Lüneburger Heide entsteht. 2,1 Millionen Euro steuert das Land bei. Den entsprechenden Zuwendungsbescheid hatte Umweltminister Olaf Lies (SPD) im vergangenen Mai höchstselbst überbracht.

„Hier entsteht ein neues Leuchtturm-Projekt“

Und so soll der „Leuchtturm in der Heide“ künftig einmal aussehen: Auf einem 700 Meter langen, auf Stahlstreben ruhenden Pfad mit einer Steigung von etwa fünf Prozent, erreichen die Besucher nach Fertigstellung der Anlage den 40 Meter hohen Aussichtsturm, der nach dem Wilseder Berg die zweithöchste touristische Erhebung in der Lüneburger Heide sein wird. Begleitet werden die Besucher von Informationstafeln auf Podesten entlang des Pfades, die verschiedene Aspekte des Natur- und Umweltschutzes behandeln. Da im Turm auch ein Aufzug integriert wird, können auch gehbehinderte Menschen und Rollstuhlfahrer die Aussichtsplattform erreichen.

Auf die Fertigstellung des Baumwipfelpfads freuen sich aber nicht nur Wildpark-Eigentümer Norbert Tietz und sein Sohn Alexander, sondern auch Harburgs Landrat Rainer Rempe. Denn bei guten Wetterbedingungen wird man bis zum 35 Kilometer entfernten Hamburg blicken können. „Dass dann einem Hamburg zu Füßen liegt, erlebt man schließlich auch nicht alle Tage“, scherzte der Harburger Landrat, der überzeugt ist: „Hier entsteht ein echtes Leuchtturm-Projekt und ein neues Wahrzeichen.“

Spezialisten aus dem Allgäu

Doch bis dahin muss viel Material bewegt werden: Neben dem Hauptturm errichten die Bauarbeiter – Spezialisten aus dem Allgäu – weitere 16 Masten, auf denen der rund 700 Meter lange Baumwipfelpfad ruhen wird. Für Fundamente und Turm werden rund 1000 Kubikmeter Beton verbaut sowie 120 Tonnen Beton-Stahl. 300 Kubikmeter Holz werden für die Konstruktion benötigt – befestigt mit gut 70.000 Schrauben. Dass ihr Vorhaben von Erfolg gekrönt sein wird, daran hatten die beiden Geschäftsführer Norbert und Alexander Tietz nie Zweifel: „Wir waren von der ersten Sekunde an von unserem Projekt überzeugt.“

Von Klaus Reschke