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Beim Aufstellen der Bienenhäuser packten Jürgen Hesse, Jürgen Kopp, Angela Kopff-Fuhrberg, Silke Pörschke und Dr. Wolfram Eckloff (v.li.) auf der Streuobstwiese mit an. Foto: uk

Insekten willkommen

Reppenstedt. Die Wörter „Bienenhotel“ oder auch „Insektenhotel“ mag Dr. Wolfram Eckloff überhaupt nicht. „Die Bienen wohnen da ja nicht für ein paar Tage, sondern sie richten sich eine Wohnung ein. Die mauern, tapezieren und streichen quasi“, sagt der Reppenstedter.

Also spricht er korrekt von einem Bienenhaus, das jetzt einen Standort auf der Streuobstwiese an der Gerhard- Hauptmann-Straße gefunden hat. Ganz korrekt sind es sogar zwei Bienenhäuser. Die aus Holz gezimmerten Unterkünfte wurden von Mitgliedern des Gellerser Umweltvereinsam jährlichen Aktionstag zwischen die Obstbäume auf dem Gelände postiert.

„Da kommt italienischer Lavendel rein“

Bei perfektem Wetter packten zahlreiche Vereinsmitglieder mit an, um die naturnah gestaltete Wiese im Reppenstedter Wohngebiet fit für das Frühjahr zu machen. Während auf der einen Seite der Boden aufgefräst wurde, wurde auf der anderen eine neue Totholzhecke angelegt. Angela Kopff-Fuhrberg buddelte Pflanzlöcher vor dem großen Findlingshaufen: „Da kommt italienischer Lavendel rein“, erklärte sie.

„Wenn die Reptilien zwischen den Steinen rauskommen, haben sie direkt was zu schlabbern.“ Nahrung finden Bienen und andere Insekten demnächst auch auf den Blühstreifen, die frisch auf der Wiese ausgesät wurden – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. „Wir hatten das letztes Jahr schon einmal versucht, aber es war einfach viel zu trocken“, sagte Vorsitzender Jürgen Hesse. Zufrieden ist er mit der Entwicklung auf der Wiese trotzdem. „Die Obstbäume haben wir alle gerettet, die entwickeln sich gut.“

Das ist ein Riesenpotenzial

Nicht für die Tiere, aber für die Menschen gedacht sind die Infotafeln, die seit einiger Zeit am Rand der Wiese stehen. „Wir wollen erklären, was hier passiert, wie wichtig es etwa für die Insekten ist, dass die Wiese nicht kurz gemäht wird“, so Hesse, „damit wollen wir die Akzeptanz erhöhen.“

Gerne dürfe es auch Nachahmer geben für die Bienenhäuser, ergänzt Eckloff. „Wildbienen brauchen Nistgelegenheiten in Hohlräumen, die sind in unseren geputzten Gärten leider selten geworden.“ Ein Stück Laubholz mit sauberen Bohrlöchern versehen, das reiche den bedrohten Insekten schon als neues Zuhause. „Man kann mit kleinen Maßnahmen den eigenen Garten insektenfreundlicher gestalten, das ist ein Riesenpotenzial.“

Von Ute Klingberg-Strunk