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Großfeuer Altstadt
Der Dachstuhl des historischen Gebäudes wurde durch das Feuer komplett zerstört. (Foto: Michael Behns)

Totalschaden nach dem Brand im Heiligengeiststift

Lüneburg. Bis auf den Gebäudekern muss der Heiligengeiststift nach dem Großbrand voraussichtlich abgetragen werden – das ist das vorläufige Ergebnis einer Untersuchung des Stiftgebäudes durch zwei Sachverständige. Das teilt die Pressestelle der Hansestadt Lüneburg mit. Durch die erheblichen Brand- und Löschwasserschäden sind Teile des Daches einsturzgefährdet, aus Sicherheitsgründen darf das Gebäude aktuell weder von städtischen Mitarbeitern noch von den ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohnern betreten werden, erklärt Maja Lucht von der städtischen Gebäudewirtschaft.

Gebäude darf nicht betreten werden

„Sobald die Kripo das Gebäude freigegeben hat, muss ein Großsanierer das Dach des Stiftes abtragen und eine Notdachkonstruktion errichten“, so Lucht. Außerdem seien Notsicherungen im Innenbereich notwendig, um ein gefahrloses Betreten des Gebäudes möglich zu machen, erklärt Lucht. Diese Arbeiten werden mindestens drei Wochen dauern. „Sobald die ehemaligen Bewohner ihre persönlichen Gegenstände aus dem Gebäude holen können, werden sie von uns informiert.“ Das werde frühestens in der zweiten Maihälfte soweit sein. Die Stadt werde den Bewohnern dann dabei helfen, ihr Mobiliar zu sichern. Auch werde Lagerfläche für das Auslüften der Gegenstände zur Verfügung gestellt. Aktuell werden die Bewohnerinnen und Bewohner zudem bei der Suche nach Ersatzwohnraum unterstützt. Dafür hat die Stadt einen Pool an Wohnungen zusammengetragen.

Für alle weiteren Fragen sowie Hilfs- und Unterstützungsangebote können sich die Betroffenen an den Seniorenstützpunkt der Hansestadt Lüneburg wenden. Das Team um Frau Groth und Frau Hermann-Lichtenberg ist erreichbar unter der Telefonnummer 04131/309-3717. Bei Bedarf werden auch Termine vereinbart.

Und hier der Bericht vom Freitag, 12. April:

Lüneburg. Ein paar Flammen züngeln aus dem schmalen Küchenfenster des Heiligengeiststifts, fast harmlos. Doch es dauert nur Minuten – das Dach brennt lichterloh. Die gewaltige Hitze lässt die Dachpfannen vom Gebälk springen, klirrend rutschen sie in die Tiefe. Großbrand zwischen Heiligengeist- und Ritterstraße.

Neun Menschen werden leicht verletzt, drei kommen vorsorglich ins Klinikum; ein Millionenschaden. Für Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei ist ein Großeinsatz. In der Einrichtung leben laut Stadt 13 pflegebedürftige Menschen und Senioren, sie haben ihr Zuhause verloren.

Der Rettungsdienst war mit rund einem Dutzend Wagen vor Ort, alles in allem gut 150 Männer und Frauen. Sie konnten verhindern, dass das Feuer auf umliegende Gebäude und den Trakt der benachbarten Grundschule übergriff.

Kein Bewohner wird mehr vermisst

Die wichtigste Nachricht: Kein Bewohner wird mehr vermisst. Alle Bewohner des Stiftes wurden im Wohnpark Saline versorgt, einige von ihnen können dort übernachten, andere sind vorerst privat unterkommen. Die Feuerwehr hat die Löscharbeiten vor Ort beendet. Das Gebäude darf nicht mehr betreten werden. Es wird ab sofort von einem Sicherheitsdienst bewacht.

Die Brandschutzmauer zur benachbarten Schule hat glücklicherweise weitestgehend gehalten, es wurden aber das angrenzende Lehrerzimmer und ein Lehrmittelraum durch das Löschwasser beschädigt. Die Straßensperren konnte noch nicht aufgehoben werden, die Polizei ist noch vor Ort. Da der Giebel auf der Seite der Ritterstraße erst Sonnabend früh abgesichert werden kann, muss das Teilstück der Ritterstraße bis dahin gesperrt bleiben.

Von Carlo Eggeling