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Julia Kaiser vom Verein gelbetomaten (v.l.), Fabian, Iris Pottek und Hobbykoch Rudi Kiener: Sie sind gerade bei dem beliebten Kindergericht Nudeln mit Tomatensoße am Werk. Foto: fr

Mehrere Generationen am Herd

Lüneburg. Es wird gehackt, geschnippelt, gerührt und geknetet; kleine und große Hände sind am Werk: Im Workshop „Eine Prise Salz“ kochen Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren mit Senioren zusammen. Klassische Rezepte wie kunterbunter Nudelsalat und Pizzabällchen stehen ebenso auf dem Menü wie der traditionelle „Ofenschlupfer“.

Wieviel Salz braucht der Körper?

Organisiert haben den elftägigen Workshop Iris Pottek, Vorstandsvorsitzende des Vereins für Umwelt- und Ernährungsbildung „gelbetomaten“, und Hilke Lamschus, Leiterin des Deutschen Salzmuseums. Gemeinsam wollen sie das Bewusstsein der Kinder für gesunde Lebensmittel stärken: Frische, regionale und saisonale Lebensmittel stehen auf dem Speiseplan.
Auch das Salzmuseum haben sie Kinder einen Tag lang besichtigt und zum Beispiel ihr eigenes Salz gesiedet. Salz ist wichtig für den Körper – doch in Fertigprodukten steckt viel mehr davon, als der Körper braucht. „Mit einer Scheibe Käsebrot morgens und einem Salamibrot am Abend ist der Salzbedarf eines Tages schon gedeckt“, erklärt Lamschus.

Dass selbstgekochtes Essen gesünder ist und leckerer als Fertigprodukte, muss nicht jedem Kind erklärt werden: „Ich kenne das von der Marmelade: Die kann man im Supermarkt kaufen, aber von Oma schmeckt sie einfach viel besser“, erzählt der 10-jährige Fabian. Auch Maja, 6 Jahre, isst am liebsten Selbstgemachtes. Bei dem Kochkurs hat sie etwas Neues ausprobiert: „Ich habe Bratkartoffeln gemacht – aus lila und gelben Kartoffeln.“

Nichts wird weggeschmissen

Rudi Kiener ist als Seniorkoch dabei. Besonders begeistert ist er, wie viel die Kinder schon wissen: „Denen brauch ich nicht mehr erzählen, dass Vanille nicht gelb ist. Die wissen: Vanille ist schwarz.“ Julia Kaiser, Köchin und Umweltwissenschaftlerin, kocht mit den Kindern ein Rezept aus ihrer Kindheit. Nudeln mit cremiger Tomatensoße. Wichtig: „Jede Soße wartet auf die Nudeln, nicht umgekehrt, sonst werden die Nudeln zu weich“, verrät sie. Weggeschmissen wird hier nichts: Für Reste gibt es Rezepte wie den „Ofenschlupfer“: Ein süßer Auflauf aus alten Brötchen (siehe Infobox).

Pottek freut sich über den Spaß, den die Kinder und Senioren beim gemeinsamen Kochen haben. Dank gilt der Bürgerstiftung, die das Projekt finanziell unterstützt, und dem Lüneburger Haus der Kulturen „Mosaique“, das seine Küche zur Verfügung stellt.

Zum Nachmachen

Rezept „Ofenschlupfer“

Für den Nachtisch , der etwa für zehn Personen reicht, braucht es: 150 Gramm Sauerkirschen, vier altbackene Weißbrötchen, 250 Gramm Sahne, vier Eier, eine Vanilleschote/Vanillezucker, zwei bis drei Esslöffel Zucker, 50 Gramm Mandelstifte und Butter zum Ausfetten.
▶ Backofen auf 180°C vorheizen.
▶ Kirschen abgießen, Brötchen in Stücke schneiden und in eine Schüssel geben. Sahne über die Brötchen gießen und gut mischen. Fünf Minuten stehen lassen.
▶ Eier trennen. Vanilleschote längs halbieren und Mark herausschaben. Mit Zucker, Eigelb und der Hälfte der Mandelstifte vermischen und zur Brötchenmasse rühren.
▶ Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen und unter die Brötchenmasse heben.
▶ Auflaufform fetten, die Masse hineingeben und glatt streichen. Kirschen darauf verteilen und die restlichen Mandelstifte darüber streuen.
▶ Auf unterer Schiene 50 Minuten backen. Danach den Ofenschlupfer etwas abkühlen lassen, aber unbedingt warm servieren.

von Franziska Ruf