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Jürgen Drews fühlt sich mit seinem Banjo und Filmpartnerin Madeleine Lierck-Wien sichtlich wohl am Rosen-Set. (Foto: be)

Wer erpresst Jürgen Drews?

Lüneburg. Jürgen Drews räkelt sich entspannt in der Sonne und spielt auf seinem Banjo. Neben ihm sitzt seine „Rote-Rosen“-Filmpartnerin Er ika (Madeleine Lierck-Wien) und schmachtet ihn an. Ein göttliches Bild für das gute Dutzend Fotografen, das ihm vor seinem Strandkorb an der Lüneburger Serienwerft freundlich-bestimmte Aufträge erteilt: „Jürgen, guck mal hierher! Halt das Banjo höher!“ Mit bemerkenswerter Ruhe folgt der Schlagersänger den Anweisungen, blödelt mit den Fotografen, einige kennt er schon lange mit Vor- und Spitznamen. Der „König von Mallorca“ gibt bei den Rote Rosen ein Stelldichein und spielt niemand Geringeren als sich selbst.

Es ist nämlich so: Besagte Erika ist hin und weg, als sie erfährt, dass der Schlagerstar Jürgen Drews in der Stadt ist. Man könnte meinen, sie sei sein größter Fan. Erika versucht vergeblich, Kontakt zu Jürgen Drews aufnehmen, schließlich schuldet der ihr seit Jahrzehnten ein Picknick. Doch der prominente Musiker entwischt ihr immer wieder. Dann vermisst Jürgen Drews plötzlich sein Banjo, und er erhält ein mysteriöses Erpresserschreiben…

Das Banjo ist auch im realen Leben sein Markenzeichen

Das Banjo gehört zu den Markenzeichen von „Onkel Jürgen.“ Schon als Teenager übte er mit dem Instrument. „Damals war ich ein ganz verklemmter Heini“, erinnert sich der 74-Jährige. Das sei auch seinem Vater aufgefallen, weshalb er ihn kurzerhand zu einem Vorspiel bei einer Jazz-Band anmeldete. „Das hätte ich mich sonst nie getraut“. Das lange Üben zahlte sich aus: „Der Bandleader sagte mittendrin ganz laut ‚Stopp!‘ und ich dachte, alles sei vorbei.“ Doch weit gefehlt – die Gruppe war begeistert und er durfte „als jüngster und kleinster mitspielen“.

Auch wenn er schon ein paar Mal in Lüneburg aufgetreten ist – etwa 20 Jahre ist das her, vor dem Plattengeschäft sito in der Fußgängerzone und im damaligen „FUN“ – eine wirklich bleibende Erinnerung an den Ort hinterließen die Gigs nicht. Dafür ist er am Dienstag mit einem Fernsehteam durch die Stadt geschlendert. Und ist begeistert: „Ein wunderschönes Rathaus!“ Auch das Gebäude der IHK verzückte den Schlagerstar. Und das will etwas heißen: Lange Zeit mochte er entweder Berge oder Meer, das Land dazwischen interessierte ihn kaum. Da sei die Hansestadt schon etwas Besonderes. Und: „Es erinnert mich an meine Heimatstadt Schleswig.“

Von der Serie vorher noch nie etwas gehört

Ähnlich ahnungslos war Drews zuerst auch, als die Anfrage von den „Roten Rosen“ bei ihm eintraf. „Ich habe überhaupt nicht gewusst, dass es diese Serie gibt.“ Umso überraschter war er später, als ihn ein Nachbar seines Hauses auf Mallorca auf seine kleine Rolle dort ansprach. „Ich hatte einfach zugesagt, wusste nicht, worauf ich mich da einließ“, bekennt er freimütig. Doch ist er sichtlich angetan vom Set – und aus Produktionskreisen heißt es, er sei ein angenehmer Kollege.

Jürgen Drews genießt an diesem Nachmittag die Aufmerksamkeit der Medien. Er gibt sich ganz offen, bleibt seinem Image als etwas prolliger Mallorca-Schlagerfutzi meistens treu – etwa, wenn er etwas aufdringlich eine Journalistin nach dem Namen ihres Freundes fragt, den sie nicht preisgeben möchte. In anderen Momenten blitzt dennoch durch, dass der Sänger von „Ein Bett im Kornfeld“ nicht so einfach gestrickt ist, wie Kritiker ihm manchmal nachsagen – der Mann hat Abitur, nach zwei Jahren sein Medizinstudium in Kiel zugunsten der Musik abgebrochen und eine durchaus gewählte Ausdrucksweise. Eben tatsächlich ein facettenreicher Typ.

Der voraussichtliche Sendetermin für die Rote-Rosen-Folgen mit Jürgen Drews ist der 9. Juli, 14:10 Uhr. 

Von Robin Williamson