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Eva Völler vom Kreisimkerverein und metronom-Pressesprecher Björn Pamperin schauen sich mit Tim Dingler (l.) eine der Info-Tafeln des Bienen-Lehrpfades an. Foto: t&w

Lernen beim Spaziergang

Lüneburg. Zwei Bienenstände unterhält der Kreisimkerverein mit der Abwasser, Grün & Lüneburg Service GmbH im Kurpark, sie dienen auch als Lernort für Kinder und Jugendliche. Um jeden Interessierten umfänglich über das wichtige Kultur- und Nutztier zu informieren, hat der Verein nun an dem einen der beiden Standorte – jener vis-à-vis dem Kräutergarten – einen Lehrpfad mit Info-Tafeln eingerichtet. Entwickelt wurden die Schilder von dem Leuphana-Studenten Tim Dingler, gesponsert wurde das Projekt von der Metronom Eisenbahngesellschaft.

Vier von fünf Pflanzen brauchen die Bienen

Bienen gelten als drittwichtigstes Nutztier – nach Rindern und Schweinen. Sie leisten einen unersetzlichen Beitrag zur Ernährung der Menschen, denn sie bestäuben einen Großteil aller Obst-, Gemüse- und Futterpflanzen und tragen wesentlich zur Biodiversität bei. In Deutschland sind rund 80 Prozent der Pflanzen auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen. Doch vom Insektensterben sind auch Bienen bedroht. Was jeder einzelne dazu beitragen kann, um deren Lebensräume und das Nahrungsangebot zu fördern, zeigt unter anderem der Lehrpfad im Kurpark auf. Garten- und Balkonbesitzer können Beete und Kästen mit Wildblumen, einfach blühenden Pflanzen mit Pollen oder Kräutern wie Thymian, Salbei oder Bohnenkraut so gestalten, dass sie ideales Nahrungsangebot für die Bienen sind.

Beleuchtet wird aber auch, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln das Leben der Insekten bedroht. Erläutert wird zudem, welche Produkte die Biene neben dem Honig erzeugt, wie ihre Lebenssituation rund ums Jahr aussieht und wie ein Bienenvolk organisiert ist. Und was macht die Arbeitsbiene in ihrem 40-tägigen Leben? Auch das erfahren Besucher des Lehrpfads. Tim Dingler, der Biologie und Kunst auf Lehramt an der Leuphana studiert, hat all das Wissenswerte im Auftrag des Kreis­imkervereins zusammengetragen.

Gefördert mit 1150 Euro wurde der Lehrpfad von der Aktion „metronom tut gut(es)“. Die hatte die Eisenbahngesellschaft 2018 ausgelobt als Dankeschön für 15 Jahre metronom in Niedersachsen, Hamburg und Bremen. Vereine, Initiativen und Einzelpersonen entlang des Streckennetzes konnten sich bewerben mit Projekten aus den Bereichen Sport, Kultur, Umwelt und Soziales.

Kreisimkerverein bietet auch Kurse an

Der Lüneburger Kreisimkerverein unter Vorsitz von Claudia Kutzick, der momentan 330 Mitglieder zählt, hat sich die Förderung der Belange des Naturschutzes unter besonderer Berücksichtigung der Bienenhaltung zur Aufgabe gemacht. Dazu gehören auch Kurse für Imker und Nachwuchsförderung sowie Angebote für Schulen. „Lüneburg summt“ heißt das Projekt, das der Landkreis und der Kreis­imkerverein auf den Weg gebracht haben, um die Nahrungsquellen für Insekten zu verbessern. Im Fokus ist dabei die Biene. Für sein Engagement wurde der Verein mit dem Nachhaltigkeits-Preis der Sparkassenstiftung geehrt.

Von Antje Schäfer