Aktuell
Home | Lokales | Die Zentrale der Straßenbauer
Landrat Manfred Nahrstedt, Hans-Georg Führinger, Jens-Michael Seegers, Laars Gerstenkorn und Wilhelm Kastens (v.l.) halten die Zeitkapsel in Händen, bevor sie eingemauert wird. Links neben dem Landrat steht Architekt Ralf Horn. (Foto: Behns)

Die Zentrale der Straßenbauer

Scharnebeck. Doch, es gibt sie noch – die Baustellen, die Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) noch Spaß bereiten – allen Diskussionen und allem Ärger um die ausufernden Kosten des Arena-Baus zum Trotz: Eine solche Baustelle befindet sich am Ortsrand von Scharnebeck in Richtung Nutzfelde. Dort entsteht zurzeit der neue Zentrale Betriebshof des kreiseigenen Betriebs für Straßenbau und Unterhaltung (SBU). Am Dienstag fand die feierliche Grundsteinlegung statt – und nicht nur der Landrat fand lobende Worte für das Bauvorhaben an der Kreisstraße 28. Rund 9,4 Millionen Euro investiert der Kreis in den Neubau – „damit liegen wir im Rahmen“, betonte der Kreischef und fügte hinzu: „Die letzten, noch offenen Aufträge werden wir schon in den nächsten Wochen vergeben. Es läuft also alles nach Plan.“ Bereits im Frühjahr nächsten Jahres soll das Gebäude bezugsfertig sein.

Von hier aus werden dann die SBU-Mitarbeiter mit ihren Fahrzeugen ausrücken, um das 381 Kilometer lange Kreisstraßennetz mit den dazugehörigen Radwegen in Schuss und im Winter schnee- und eisfrei zu halten. Bislang müssen die 41 SBU-Bediensteten diese Aufgaben von zwei Standorten aus erledigen. Mit Fertigstellung des neuen, zentalen Betriebshofes in Scharnebeck werden die bisherigen Standorte in Embsen und Breetze dann geschlossen. Lediglich im Amt Neuhaus unterhält der SBU weiterhin eine Depandance.

Sanierung und Ausbau

Die wesentlichen Aufgaben des kreiseigenen Betriebs Straßenbau und -unterhaltung (SBU) umreißt Leiter Jens-Michael Seegers so: „Wir kümmern uns darum, dass unsere Straßen, Radwege und Brücken in einem guten Zustand sind und planen Sanierungs- und Ausbaumaßnahmen.“

In diesem Jahr steht seinen Worten zufolge die Kreisstraße 46 zwischen dem Abzweig Handorf und der Kreisgrenze Harburg ganz oben auf der Prioritätenliste. Ebenfalls geplant: Der Ausbau der Ortsdurchfahrt Bockelkathen im Zuge der Kreisstraße 2.

„In Scharnebeck haben wir künftig alles unter einem Dach“, betonte Nahrstedt – „die Werkstätten, den Straßenbaubereich, den Straßenbetriebsdienst und die Verwaltung. Außerdem wird eine große, seperate Salzhalle gebaut, in der bis zu 1900 Tonnen Streusalz gelagert werden können.“ Auch wenn im vergangenen Winter aufgrund der milden Witterung nur wenig Streumittel verbraucht wurde – „wir hatten aber auch schon Winter, da war weit und breit kein Streusalz mehr lieferbar“, erinnerte Nahrstedt. In solchen Fällen sei es gut, wenn man über genügend große Vorräte verfüge.

In Zukunft also wird auch der Winterdienst im linkselbischen Teil des Landkreises ausschließlich von Scharnebeck aus erledigt. „Das wird funktionieren, wir haben das schon getestet“, versicherte der Landrat. Mit zwei Lkw, die nicht schneller als 35 km/h fahren durften, wurde der Winterdienst simuliert, die Einsatzzeiten dokumentiert. „Wir sind uns jetzt sicher, dass wir von hier aus den ganzen Landkreis links der Elbe versorgen können“, so Nahrstedt.

Kreis stand vor Entscheidung Sanierung oder Neubau

Ob Neubau oder Um- und Ausbau – Geld hätte der Landkreis so oder so in die Hand nehmen müssen: „Am Standort in Embsen hätten umfangreiche Sanierungen und Erweiterungen angestanden, der Standort in Breetze hätte komplett neu gebaut werden müssen“, so Nahrstedt. „Deshalb haben wir uns nach einer langen Abwägungs- und Planungsphase für den Neubau eines zentralen Betriebshofes in Scharnebeck entschieden.“

„Eine gute Wahl“, lobte Scharnebecks Bürgermeister Hans-Georg Führinger (CDU), der sich auch über die 40 neuen Arbeitsplätze in seiner Kommune freut. Noch liege der Betriebshof am Rande der Gemeinde Scharnebeck, doch das werde wohl nicht lange so bleiben, prognostizierte Führinger. Die Gemeinde plane die Erweiterung des Gewerbegebietes – und dann wird sich der SBU-Betriebshof nicht mehr nur am Ortsrand befinden, sondern mittendrin in Scharnebeck.

Von Klaus Reschke