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Die Arbeiten auf der Baustelle der Arena Lüneburger Land laufen vorerst weiter, neue Aufträge werden vorerst jedoch nicht ausgeschrieben. Foto: t&w

Ausschuss legt Arena-Kurs fest

Lüneburg. Zu Beginn flogen nach Aussagen von Teilnehmern die Fetzen, doch dann haben sich die Mitglieder des Kreisausschusses zusammengerauft und auf eine gemeinsame Linie beim Bau der Arena Lüneburger Land verständigt. Demnach wird das Projekt „derzeit nicht aktiv vorangetrieben, laufende Bauaufträge werden aber weiter abgewickelt und wichtige Fakten sowie Einsparpotenziale überprüft“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises.

Das heißt: Auf der Baustelle wird vorerst weitergearbeitet, bevor es ohnehin zu einer mehrwöchigen Pause kommt, da der Prüfstatiker seine Arbeiten nach einer Erhöhung der Deckenlast noch nicht abgeschlossen hat. Die Unterbrechung soll auch dazu genutzt werden, weitere Einsparmöglichkeiten auszuloten. Vom Tisch sind damit ein zeitweise geforderter Baustopp, der zu Regressansprüchen der beauftragten Firmen gegenüber dem Kreis geführt hätte, und ein ebenfalls angedachtes, juristisch umstrittenes Ruhen der Arena-Baustelle.

Sicherheitsaufschlag noch nicht angetastet

Zudem betonte Projektleiter Hans-Richard Maul von der Kreisverwaltung: Die Ende März auf 22,6 Millionen Euro festgelegten Kosten für den Bau hätten weiterhin Bestand, der 15-prozentige Sicherheitsaufschlag von 3,1 Millionen Euro habe bislang nicht angetastet werden müssen. Damit liegen die geschätzten Gesamtkosten weiterhin bei 25,7 Millionen Euro.

Weiterhin kündigte Maul den nächsten personellen Wechsel an. Das für den Bau zuständige Architektenbüro Ernst² wird einen neuen Architekten mit der Arena-Baustelle betrauen. Dieser ist mit dem Vorhaben vertraut, soll künftig als Projektleiter erster Ansprechpartner für Politik und Verwaltung sein. Die Leitung vor Ort liegt auch weiterhin in den Händen des bisherigen Bauleiters. Dieser kenne das Projekt seit den Anfängen und könne nicht ausgewechselt werden, ohne das wichtiges Wissen verloren gehe, heißt es dazu aus dem Kreishaus.

Die Personalie ist Ergebnis eines Gespräches zwischen Landrat Manfred Nahrstedt und Maul mit den Chefs von Ernst² in der vergangenen Woche. Dabei wurde auch die Zielvorgabe festgelegt, Kosten zu sparen bei „möglichst gleichbleibender Qualität“.

Die Linken stehen nicht hinter dem Antrag

Im weiteren Verlauf der Sitzung haben die Fraktionen dann ihre diversen Anträge für den Kreisausschuss zu einem gemeinsamen Papier zusammengefasst und einstimmig beschlossen. Lediglich die Linken, die ohne Stimmrecht im Kreisausschuss sind, stehen nicht hinter dem Antrag.

In dem Antrag heißt es, dass die Baustelle nicht aktiv fortgeführt wird, bis geprüft ist, ob die laufenden Maßnahmen der Baugenehmigung entsprechen, alle Gewerke auf Übereinstimmung mit der Ausführungsplanung sowie mögliche Einsparungen geprüft sind und belastbare Bedarfszahlen hinsichtlich der Besucher sowie belastbare Zahlen zu den Betriebskosten vorliegen. Ein Wirtschaftsprüfer soll damit beauftragt werden, Betreibervertrag und Unterhaltungskosten unter die Lupe zu nehmen – vorzugsweise das Prüfungsbüro des „Rasta Domes“ in Vechta, der als Grundlage der Arena-Planung dient.

Der Antrag entspricht in weiten Teilen dem Papier, dass die CDU-Fraktion zur Sitzung vorgelegt hatte. Ergänzt wird dieser um den Wirtschaftsprüfer-Passus, der aus dem Antrag der SPD stammt.

Arena-Infos künftig öffentlich im Hochbau-Ausschuss

In einem weiteren Antrag legten die Ausschussmitglieder den Kurs für die künftige Informationspolitik zur Arena fest. Künftig soll der Baufortschritt in jeder Sitzung des öffentlichen Hochbau-Ausschusses detailliert vorgestellt werden. Ebenso sollen Fortschritte bei der Aufklärung und Suche nach Fehlern im Projektverlauf berichtet, jegliches Einsparpotenzial unmittelbar benannt und darüber entschieden werden.

Die bereits angekündigte Pause auf der Arena-Baustelle wollen die meisten Kreistagsfraktionen nun nutzen, um das weitere Vorgehen untereinander abzustimmen.

Von Malte Lühr

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