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Karin Teichler (v.l.), Heike Kruse, Luke Teichler, Christa Wegner und Bernd Herrenkind pflanzen Lavendel an den Straßenrand. Foto: be

Für Artenvielfalt im Wohngebiet

Handorf. Regen vorher, Regen nachher: „Das Wetter ist wie bestellt für unsere Pflanzaktion“, sagte Mitorganisatorin Gesa Johannsen, während rund 20 andere Frauen, Männer und Jugendliche jetzt an den Seitenstreifen des Fasanenringes in Handorf Blumen und Saatgut in den Boden brachten. Mit Spaten stachen die Teilnehmer fleißig Dutzende Grassoden aus und schafften so den nötigen Platz für Lavendel, Salbei, Färberkamille, Fetthenne und Ringelblumen. Ackerblumen, Klee und Wildblumenmischungen säten sie überdies dort aus, wo bis dahin nur Gras wurzelte. „Bis es bunt ist, brauchen wir noch Geduld. Denn der Boden ist mager. Doch im Sommer sollten schon die ersten Blüten zu sehen sein.“

Tisch für Insekten wird gedeckt

Die Menschen werden die bunten Farbtupfer freuen, die Insekten aber noch viel mehr. „Die Pflanzen sind insektenfreundlich. Vor allem Hummeln und Wildbienen werden profitieren“, erklärte Thomas Mitschke, Kreisvorsitzender des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu). Der Kreisverband hatte eine Liste zusammengestellt mit entsprechenden Pflanzen und dem richtigen Saatgut für die Aktion „Bienenweide“ am Fasanenring. Nabu-Mitglieder rückten zudem aus nach Handorf und unterstützten die fleißigen Helfer bei der Gartenarbeit. Thomas Mitschke hatte den Kontakt zur Sparkassenstiftung hergestellt, die die Pflanzaktion finanziell mit 1220 Euro unterstützte. Der Nabu stockte die Summe auf, sodass unterm Strich 1500 Euro für die Insektenhilfe zur Verfügung standen. „Wir hoffen, dass das Projekt Vorbild für andere ist, Sogwirkung hat und Begeisterung für weitere Pflanzaktionen gegen das Insektensterben auslöst“, so der Kreisvorsitzende.

Auch die Nachbarschaft erblüht

Die Bürger vom Fasanenring sind überzeugt, das Richtige zu tun. „Wir setzen uns für die Artenvielfalt ein“, so der Tenor bei der schweißtreibenden Arbeit. „Außerdem sorgen wir für eine schönere Optik in unserer Straße, gestalten unser Wohngebiet ein bisschen natürlicher, indem wir die Rasenflächen mit Blühpflanzen auflockern.“

Froh ist Mitorganisatorin Gesa Johannsen, dass die Gemeinde hinter der Aktion „Bienenweide“ steht. „Wir sind dankbar, dass sie die Flächen zur Verfügung gestellt hat und hoffen, dass es viele Nachahmer in anderen Straßen im Ort gibt“, sagte sie. Denn, so die Teilnehmer, bei allem Einsatz für den Natur- und Artenschutz ,,pflegen und fördern wir mit der Pflanzaktion auch die gute Nachbarschaft“.

Von Stefan Bohlmann