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Ins Rathaus der Samtgemeinde Ilmenau zieht bald ein neuer Mitarbeiter ein. Sein Auftrag: Als Gemeindedirektor für die vier Mitgliedsgemeinden tätig zu werden. Foto: t&w

Aus vier Stellen wird eine

Melbeck. Peter Rowohlt ist Bürgermeister der Samtgemeinde Ilmenau – und im Nebenamt Gemeindedirektor in Embsen. Noch: Denn in der Samtgemeinde Ilmenau reagiert man auf die Aufforderung des Landkreises, eine Lösung für die „rechtswidrige Doppelvergütung“ – sprich Arbeitszeitausgleich und Aufwandsentschädigung für das Nebenamt – zu finden. Und diese Lösung betrifft nicht nur Rowohlt in seiner Funktion als Gemeindedirektor in Embsen, sondern auch seine allgemeine Verwaltungsvertreterin Stephanie Buntrock, bislang auch nebenamtliche Gemeindedirektorin in Deutsch Evern, Samtgemeinde-Kämmerer Carsten Riegel, Gemeindedirektor in Melbeck, sowie Hedda Lampe, Gemeindedirektorin in Barnstedt. Aus „vier mach eine Stelle“ lautet die Idee an der Ilmenau. Konkret: Rowohlt und seine Kollegen werden ihr Amt als Gemeindedirektor niederlegen, stattdessen wird eine Stabststelle im Rathaus eingerichtet und ein Mitarbeiter eingestellt. Der soll künftig in allen vier Gemeinden die ehrenamtlichen Bürgermeister als Gemeindedirektor unterstützen.

Stellenausscheibung war erfolgreich

Eine entsprechende Stellenausschreibung habe stattgefunden, ein Mitarbeiter ist auch schon gefunden. „Unser Modell ist im Landkreis bislang einzigartig“, sagt Rowohlt – wohlwissend, dass auch bei anderen Samtgemeinen die Kommunalaufsicht des Landkreises die jahrzehntelange Praxis der „Doppelvergütung“ misbilligt hatte. „Wenn wir es aber so machen, wie es die Aufsicht will, ohne Extra-Stunden und ohne Geld, macht es niemand,“ hatte Rowohlt im Dezember vergangenen Jahres auf Anfrage der LZ zu bedenken gegeben. Der jetzt gefundenen Alternative müssen die Räte allerdings noch zustimmen.

Rowohlt begrüßt das Vorgehen: „Beim bisher praktizierten Modell gibt es zu viele Reibungsverluste zwischen Haupt- und Nebenamt“, stellt Rowohlt fest und hofft: „Mit der neuen Stabsstelle wird das der Vergangenheit angehören.“ Synergie-Effekte verspricht sich der Rathauschef zum Beispiel bei den Kindertagestätten, bei den Bauhöfen, bei der Umsetzung des Feuerwehrbedarf-Plans aber auch bei den Grundschulen. Finanziert werden soll die neue Stelle von den vier Gemeinden Deutsch Evern, Melbeck, Embsen und Barnstedt – der Kostenschlüssel richtet sich nach der Zahl der Einwohner“, erklärt Rowohlt.

Pauschale Vergütung in der Ostheide

Im Gegenzug werde dafür die Samgemeindeumlage gesenkt. Und wenn der neue „hauptamtliche“ Gemeindedirektor Urlaub hat, auf Fortbildung oder krank ist? Dafür gibt es dann Stellvertreter“, sagt Rowohlt – in den Gemeinden Deutsch Evern, Embsen und Barnstedt werden die vermutlich aus dem Samtgemeinderathaus gestellt. Lediglich Melbeck wolle wohl den Stellvertreter aus den eigenen Reihen stellen“, sagt Rowohlt.

Die Ilmenauer hoffen, mit diesem Modell eine gute Lösung gefunden zu haben. Andere Samtgemeinden gehen andere Wege. In der Samtgemeinde Ostheide etwa sollen künftig die Arbeiten, die Personal der Samtgemeindeverwaltung für die Mitgliedsgemeinden erledigt, pauschal vergütet werden.

Verwaltungschef Norbert Meyer sagte vor wenigen Wochen: „Die Samtgemeinde erhält dadurch von den vier Gemeinden Barendorf, Reinstorf, Vastorf, und Wendisch Evern, in denen sie den Gemeindedirektor stellt, eine Entschädigung von rund 67.000 Euro.“ Die Gemeindedirektoren in der Ostheide selbst erhalten eine Aufwandsentschädigung von 250 Euro monatlich, Stellvertreter 125 Euro.

Arbeitszeiten für die Gemeinde würden auf das Hauptamt nur dann angerechnet, wenn die Tätigkeiten für Samtgemeinde oder Mitgliedsgemeinde nicht eindeutig zu trennen seien.

Von Klaus Reschke