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Mehr als doppelte so viele Hanse-Card-Nutzer kamen im vergangenen Jahr ins Freibad Adendorf. Foto: t&w

Sommer pusht die Hanse-Card

Lüneburg. Gut besucht wie lange nicht waren die Freibäder im Supersommer 2018, auch in Lüneburg suchten Jung und Alt erfrischende Abkühlung bei den gefühlt tropischen Temperaturen. Der starke Zulauf in den Bädern bescherte aber auch der Hanse-Card einen kräftigen Schub: Mehr als doppelt so viele Nutzer suchten in Lüneburg die Bäder auf. Auch andere Einrichtungen konnten kräftig zulegen.

Waren es 2017 noch 2547 Besucher, die als Besitzer der Hanse-Card das Freibad und das Sportbad der Stadt aufsuchten, schnellte die Zahl im vergangenen Jahr regelrecht nacht oben: 5861 Mal wurde die Karte gezückt, die den Eintritt zum halben Preis ermöglicht. Und auch Adendorf, das sich der Hanse-Card angeschlossen hat, konnte sich über einen sprunghaften Anstieg bei der Zahl der Freibad-Nutzer freuen: sie kletterte von 635 auf 1174.

Adendorfer Eisstadion legte kräftig zu

Doch der gute Sommer allein war es nicht, der die Zahlen im vergangenen Jahr so strahlen ließ, wie Daniela Krüger aus dem Sozialdezernat der Stadt in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses deutlich machte. Denn auch das Adendorfer Eisstadion, in den Sommermonaten bekanntlich geschlossen, legte kräftig zu: von 292 Besuchern mit Hanse-Card auf 501.

Weitere Zuwächse, wenn auch in kleineren Dimensionen, gab es bei der Kunstschule Ikarus (58/74), beim Theater (9/17), beim Wasserturm (4/16) und dem Salzmuseum (0/8) sowie dem Ostpreußischen Landesmuseum (0/1). Doch es gab auch Rückgänge bei den Nutzer-Zahlen, so bei der Evangelischen Familienbildungsstätte (Fabs), wo die Teilnehmerzahl von 68 auf 33 Hanse-Card-Nutzer sank – „vermutlich auch wegen des warmen Sommers“, wie Daniela Krüger ausführte. Ebenfalls rückgängig zeigte sich die Volkshochschule (7/2).

4176 Karten in 2018

Unterm Strich aber sei das Ergebnis mit insgesamt 7687 Nutzungen in 2018 gegenüber 3633 Nutzungen in 2017 aus Sicht der Verwaltung mehr als erfreulich gewesen. Und auch bei den ausgehändigten Karten konnte eine leichte Steigerung von 4149 Karten in 2017 auf 4176 Karten im vergangenen Jahr registriert werden.

Etwas „enttäuscht“ zeigte sich Ausschussmitglied Birte Schellmann (FDP) mit Blick auf die Theater-Zahlen: „Dies sind die Dinge, die uns wichtig sind. Wir machen auch viel, aber es wird nicht in Anspruch genommen.“

Das aber wollte Karlheinz Fahrenwaldt (Linke) nicht akzeptieren, er verwies allerdings darauf, dass die Karten-Inhaber auch ermäßigt per ÖPNV zum Museum gelangen können müssen – ein Punkt, der von den Linken schon seit Längerem gefordert wird.

„Die Schwelle dürfte nicht mehr so hoch sein“

Das wiederum ließ Birte Schellmann nicht duchgehen: „Ins Schwimmbad kommen sie doch auch!“

Annika Weinert (SPD) machte auf das Akzeptanzproblem von Museen und Theatern bei Jugendlichen aufmerksam: „Wenn sie es nicht kennen, gehen sie nicht.“ Die Schwellenangst sei gerade bei jungen Menschen relativ hoch, eine erforderliche „Kulturvermittlung“ finde mit der Hanse-Card selbst nicht statt.

Doch auch hier legte sich die FDP-Politikerin quer. Gerade im Theater und im Jugendtheater werde sehr viel geleistet, um die jungen Menschen zu erreichen. „Die Schwelle dürfte hier nicht mehr so hoch sein“, sagte Schellmann.

Sozialdezernentin Pia Steinrücke erklärte, die Bildungs- und Kultureinrichtungen besser vernetzen zu wollen. Hierzu soll es einen Austausch mit der Vorsitzenden der Museumsstiftung Lüneburg und Lüneburgs Kulturdezernentin geben.

Von Ulf Stüwe

Hanse-Card

Spaß und Teilhabe zum halben Preis

Die Hanse-Card garantiert Kindern und Jugendlichen Vergünstigungen bei kommunalen Einrichtungen wie Schwimmbädern und Museen, deren Familien Sozialleistungen beziehen. Auch junge Menschen, die ehrenamtlich tätig sind, können die Karte beantragen. Neben Lüneburg wird die Hanse-Card auch in Adendorf sowie in den Samtgemeinden Gellersen und Ostheide angeboten.