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Johann auf seinem früheren Stammplatz. Der Kater ließ sich gerne streicheln. Foto: A/be

Johanneum trauert um Kater Johann

Lüneburg. Er ging gern zur Schule. So gern, dass er trotz ananfänglicher Rauswürfe stets zurückkehrte. Vom ungebetenen Besucher wurde er schnell zum gern gesehenen Dauergast am Lüneburger Johanneum und sowas wie das Maskottchen der Schule: 18 Jahre war das Gymnasium sein Zuhause. Tausende Schüler hat er kommen und gehen sehen. Jetzt ist Johann, der Schulkater, gestorben. Viele Schüler sind traurig.

Das Tier traf seine Schulwahl im Jahr 2001. Eine Lüneburgerin hatte den Kater aus dem Tierheim zu sich an die Gellersstraße geholt. Doch die Samtpfote büxte immer wieder aus, entdeckte das nahegelegene Johanneum für sich und quartierte sich dort quasi selbst ein. Der damalige Hausmeister Fitz Sarnes kümmerte sich um das Tier, das fortan Johann gerufen wurde und sich im Trubel des Schulalltags sichtlich wohlfühlte. Es bekam einen Stammplatz vor dem Sekretariat und ließ sich gern von den Schülern streicheln.

„Er hat den Umgang mit den Schülern immer sehr genossen“

Als Sarnes ging, übernahm sein Nachfolger Emanuel Moos auch die Aufgabe als Katzensitter: „Das war sogar Bestandteil meines Arbeitsvertrages. Das war für mich aber kein Problem“, erzählt Moos, seit 2004 Johanns wichtigster Begleiter. Wenn der Kater mal nicht in der Schule oder auf Entdeckungstour in der Umgebung war, ruhte er sich gern in Moos‘ Dienstwohnung auf dem Schulgelände aus. „Er hat den Umgang mit den Schülern immer sehr genossen, hat sie morgens häufig begrüßt. Hier und da hat er auch mal was vom Frühstück der Kinder abbekommen. Erst als er älter wurde, war ihm der Trubel manchmal zu viel“, charakterisiert Moos seinen Schützling.

Mit dem Alter kamen die Zipperlein: „Johann musste Medikamente gegen Arthrose und für seine Schilddrüse nehmen.“ Zuletzt sei es ihm sichtbar schlechter gegangen, er sei ganz abgemagert gewesen und habe am Wochenende schließlich eingeschläfert werden müssen. ahe