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Vor dem LZ-Wahlforum in der Domäne Scharnebeck: (v.l.) LZ-Redakteur Malte Lühr, Markus Graff (Die Linke), Norbert Meyer (SPD), Erika Romberg (Grüne), Jens Böther (CDU) und LZ-Chefredakteur Marc Rath. Foto: t&w

Bezahlbarer Wohnraum ist das Ziel

Scharnebeck. Es waren nicht nur die Großprojekte, die interessierten. Die mehr als 150 Zuhörer beim LZ-Wahlforum in der Scharnebecker Domäne wollten von den vier Landratskandidaten Jens Böther (CDU), Markus Graff (Die Linke), Norbert Meyer (SPD) und Erika Romberg (Grüne) auch wissen, wie sie als künftiger Landrat beziehungsweise als künftige Landrätin bezahlbaren Wohnraum schaffen wollen und wie es gelingen kann, das Interesse der Bürger für die Kreispolitik und öffentliche Dienstleistungen zu wecken.

Bezahlbarer Wohnraum

Norbert Meyer: „Bezahlbarer Wohnraum soll nicht nur in der Stadt Lüneburg geschaffen werden, sondern flächendeckend in allen Gemeinden. Der Kreis kauft Flächen auf und stellt diese dann Bauherrn vergünstigt zur Verfügung, um so die Mieten über Jahre niedrig zu halten.“

Jens Böther: „Bezahlbarer Wohnraum muss flächendeckend für jeden zur Verfügung stehen. Notfalls müssen wir eine kreiseigene Baugesellschaft gründen. Der Siedlungsdruck muss über entsprechende Angebote in den Gemeinden von der Stadt in die Fläche gelenkt werden. Um das möglich zu machen, müssen sich die Kommunen dementsprechend entwickeln dürfen. Als Landrat werde ich sie dabei unterstützen.“

Markus Graff: „Um günstigen Wohnraum zu schaffen, spricht nichts gegen eine Zusammenarbeit mit bereits bestehenden Gesellschaften wie etwa die Lüwobau in Lüneburg oder die Scharnebecker Erschließungs- und Baugesellschaft. Wenn die Gesellschaften das wollen, kann der Landkreis versuchen, gemeinsam das Ziel zu erreichen.“

Erika Romberg: „Bezahlbarer Wohnraum ist Daseinsvorsorge. Daher muss den Spekulanten Bauland entzogen werden. Mit den Gemeinden muss sich der Kreis zusammensetzen, um herauszufinden, wo es Leerstand gibt, um diesen dann, wenn möglich, in kostengünstigen Wohnraum umzuwandeln.“

Neue Beteiligungsformen

Erika Romberg: „Ich habe keine Patentlösung. Aber wir müssen Formate entwickeln für junge Leute. Am besten, wir fragen sie selbst, was sie wollen.“

Norbert Meyer: „Wir können uns über Workshops Ideen holen für eine stärkere Bürgerbeteiligung.“

Markus Graff: „Möglichkeiten sind Live-Streams von Sitzungen im Internet, Texte über politische Themen und Entscheidungen sowie auf Tagesordnungen müssen in verständlicher Sprache verfasst werden, Sitzungen können an Schulen etwa im Politikunterricht stattfinden. Ganz wichtig ist jedoch, dass sich Politiker einen anderen Stil im Umgang miteinander aneignen und sich nicht ständig die Köppe einschlagen.“

Jens Böther: „Eine Modernisierungswelle der öffentlichen Verwaltung durch die Digitalisierung steht bevor. Dienstleistungen müssen künftig transparent und online angeboten werden. Verwaltung darf keinen rückständigen Eindruck vermitteln.“

Von Stefan Bohlmann

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