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Schüler der Arbeitsgemeinschaft „Volle Möhre“ der Anne-Frank-Schule in Kaltenmoor arbeiten – unterstützt von erwachsenen Helfern – eifrig in den neuen Gemüsebeeten. Foto: Lorena Zapke
Schüler der Arbeitsgemeinschaft „Volle Möhre“ der Anne-Frank-Schule in Kaltenmoor arbeiten – unterstützt von erwachsenen Helfern – eifrig in den neuen Gemüsebeeten. Foto: Lorena Zapke

Eigene Ernte frisch von der „GemüseAckerdemie“

Lüneburg. Gesunde Ernährung steht in immer mehr Schulen auf dem Stundenplan. Die Anne-Frank-Schule in Kaltenmoor hat in Kooperation mit dem Freundeskreis der Schule nun einen hauseigenen Schulacker eröffnet. Dieser ist Grundlage für ein ganzjähriges Bildungsprojekt, bei dem die Kinder mit Hilfe der „GemüseAckerdemie“ bis zu 30 verschiedene Gemüsearten anpflanzen sollen. Gefördert wird dieses Projekt von der Bingo-Umweltstiftung mit rund 7600 Euro, zudem von der GemüseAckerdemie und der AOK. Letztere unterstützt 20 weitere Projekte dieser Art in ganz Niedersachsen. Die Anne-Frank-Schule ist die erste Schule in Lüneburg, die an dem Programm teilnimmt.

Jetzt haben die Schüler im schönen, wildwuchernden Schulgarten erstmals Hand angelegt. 16 Kinder der 3. und 4. Klasse nehmen an der AG „Volle Möhre“ teil, die jeden Montag stattfindet. Sie haben den Acker selbst angelegt und umgegraben. Das Ziel dieses Projekts ist es, den Kinder ein gesundes Ernährungsverhalten und eine Wertschätzung für Natur und Lebensmittel näher zu bringen.

„Tag des Schulgartens“

Die Kinder graben und säen. „Die Schul-AG macht wirklich viel Spaß. Und jetzt ist es hier auch wieder richtig sauber, das sah vorher beim Umgraben nicht so schön aus“, erzählt Schüler Mohammad. Die Kinder wurden in Teams für unterschiedliche Gemüsesorten eingeteilt. Während sie ihr Saatgut einpflanzen, blickt Projektleiterin Susan Winkler schon auf den Termin der zweiten Pflanzaktion am 5. Juni. Dann soll gleichzeitig ein öffentlicher „Tag des Schulgartens“ stattfinden, zu dem auch alle Eltern eingeladen sind. „Wir wollen außerdem ein interkulturelles Kochbuch erstellen und einen Gemüseverkauf einmal pro Woche in der großen Pause organisieren, je nachdem wie die Ernte für uns ausfällt natürlich“, erklärt sie.

Unterdessen sind die ersten Kinder fertig für heute. Ahmad zählt auf, was er alles eingepflanzt hat: „Kohlrabi, Salat, Zwiebeln, Möhren, Radieschen…“ Seine Freunde Friedo und Firas spulen eine lange Liste an Lieblingsgemüsesorten ab, schließlich sagt Friedo: „Ach, man liebt alles.“ Leonie hingegen hat eindeutige Favoriten, sie sagt: „Ich mag am liebsten Radieschen und Kohlrabi.“

„Das heißt kartoschka auf russisch!“

Mario Krause von der GemüseAckerdemie geht mit den Kindern am Ende noch einmal über den Acker: „Was habt Ihr denn hier gemacht?“, will er von ihnen wissen. Fatimah erklärt: „Wir haben die Erde schön locker gemacht, weil die Kartoffeln so empfindlich sind.“ „Das heißt kartoschka auf russisch!“, ruft jemand. „Sehr gut!“, lobt Mario, „und wie heißt sie auf Englisch?“ „Potato!“, rufen alle wie aus einem Munde. So trainieren die Kinder in der Garten-AG auch noch ganz nebenbei ihr Englisch-Vokabular.

Von Lorena Zapke