Aktuell
Home | Lokales | Mehr Platz zum Lernen
Moderne trifft auf Geschichte: Bei der archäologischen Untersuchung des Baugrunds für die Erweiterung der Grundschule stießen die Arbeiter auch auf Teile der alten Klostermauer. Foto: t&w

Mehr Platz zum Lernen

Scharnebeck. Er steht da, als wäre es schon immer so gewesen. Mit selbstgebastelten Blumen an den Fenstern und bunten Büchern im Regal, hat der neue Erweiterung sbau an der Grundschule Scharnebeck längst nichts mehr von Baustelle an sich. Vertreter aus der Gemeinde, der Schule und des öffentlichen Lebens haben den Bau jetzt feierlich eingeweiht.

Fachräume, Mensa und Bibliothek

„Wie es hier steht, gehört es auch hier her“, sagt Schulleiterin Dagmar Hillmer über den Neubau in Scharnebeck. Sie, ihre Lehrer und Schüler „saßen in der ersten Reihe“, während auf einer Fläche von knapp 850 Quadratmetern zwei Fachräume, eine Mensa, eine Bibliothek, ein Raum zur Nachmittagsbetreuung, Toilettenanlagen und Lagerräume gebaut wurden.

Bisher mussten die Schüler ihren Werk- und Musikunterricht immer im eigenen Klassenzimmer gestalten, „da war Kreativität gefordert“, erinnert sich die Schulleiterin. Mit dem Erweiterungsbau ist nun genug Platz für Werkbänke, Musikinstrumente und Co. In der neuen Mensa finden zudem schulinterne Veranstaltungen statt, wie etwa die Matheolympiade. „So ist es viel einfacher und auch schöner. Es ist toll, dass die Samtgemeinde den Anbau so angefasst hat und es ist toll, wie es umgesetzt wurde“, schwärmt die Schulleiterin.

Baukosten schwer einzuschätzen

Praktisch kommt er daher – der Neubau. Mit großen Fenstern, weiten Räumen, klarer Linie und wenig Futuristik. Die hätte auch nichts ins Bild gepasst, den kaum ein Ort verbindet die Zukunft und Vergangenheit so sehr wie die Grundschule in Scharnebeck. Wo heute die Grundschüler spielen und lernen, beteten und arbeiteten ab Mitte des 13. Jahrhunderts die Mönche des damaligen Klosters. Ein Ort mit Geschichte, die auch im Zuge der Bauplanung zum Tragen kam.

So musste das Areal vor Baubeginn 2017 archäologisch untersucht werden. Dabei taten die Experten nicht nur Teile der alten Klostermauer, sondern auch Gebeine und andere archäologische Fundstücke auf. Auch für die Architekten Andreas Oldenburg und Gunter Dybowski vom Architekturbüro Oldenburg Plesse eine Besonderheit: „Der archäologische Baugrund war für uns die größte Herausforderung. Durch die dreimonatigen archäologischen Untersuchungen waren Baukosten und -dauer schwer einzuschätzen“, sagt Andreas Oldenburg.

Am Ende ging die Rechnung trotzdem auf: rund 2,6 Millionen Euro hat der Bau gekostet, etwas weniger als veranschlagt. Nicht nur darüber freute sich Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn (CDU) bei der offiziellen Einweihung. Er lobte die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten und empfahl jedem, „mal reinzuschauen, wie es ist, wenn hier Schule stattfindet“.

Verwaltung rechnet schon jetzt mit weiterem Anbau

Damit die Schule noch lange stattfinden kann, wird angesichts der steigenden Einwohnerzahl Scharnebecks – so glaubt Gerstenkorn – früher oder später ein weiterer Anbau nötig sein. „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir hier noch einen Anbau rauf setzen werden“, sagt der Politiker. Um einen weiteren Anbau in die Höhe zu ermöglichen, ist das Gebäude extra mit einer Stahlbetondecke gebaut worden.

In jedem Fall soll die Schulgeschichte noch lange weitergeschrieben werden. Denn auch sie hat Tradition. Ein kürzlich durch Zufall aufgetanes Dokument vom 27. März 1619 bestätigt eine erste Schulstiftung. Und so wurde neben dem Neuen, auch ein bisschen das Alte gefeiert: 400 Jahre Schulgeschichte in Scharnebeck.

Von Anke Dankers