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Nur kein Leerstand: Statt Einzelhandel und Bankfiliale könnten künftig Eiscafé, Pizzeria und Hofladen den Marktplatz in Scharnebeck beleben. (Foto: ada)

Eisdiele statt Ladenregal

Scharnebeck. „Alles neu macht der Mai“, heißt es in dem alten Kinderlied. Und tatsächlich – auch im Bauausschuss der Gemeinde Scharnebeck wehte zuletzt ein neues Lüftchen rund um ein altbekanntes Thema: die Pläne zum Bau eines neuen Einkaufszentrums nahe dem Schiffshebewerks Seit Jahren gibt es die Überlegung zu dem Neubau, in dem der bestehende Edeka-Markt, der aktuell in der Ortsmitte zu finden ist, und weitere Handelsketten untergebracht werden sollen.

Angst vor Leerstand im Zentrum

Doch der Beginn der Bauarbeiten ließ bislang auf sich warten. Zunächst gilt es zu klären, was mit der Ortsmitte geschieht, wenn der Einzelhandel an den Rand der Gemeinde zieht. „Als Gemeinde wollen wir darauf achten, dass die Ortsentwicklung nicht kaputtgeht“, sagt Scharnebecks Bürgermeister Hans-Georg Führinger. Leerstehende Gebäude im Ortskern wären weder für die Gemeinde noch für den Landkreis wünschenswert. Denn um einen Bebauungsplan zu erstellen, bedarf es einer Änderung des Flächennutzungsplanes, und die ist nur möglich, wenn ein plausibles Nachnutzungskonzept für die Ortsmitte besteht.

Neben dem Edeka-Markt soll womöglich auch die Sparkassenfiliale den Standort wechseln, erklärt Hans-Georg Führinger. Damit muss für rund 800 Quadratmeter Gewerbefläche eine neue Bestimmung gefunden werden. Drei Konzepte hat der Bauausschuss nun beraten.

Bäcker, Eisdiele und Hofladen gewünscht

Am Ende beschlossen die Ausschussmitglieder ein Modell, dass auch künftig Einzelhandel und Gastronomie im Ortskern vorsieht. So könnten auf der rund 800 Quadratmeter großen Fläche ein Bäcker und Lebensmittel des täglichen Bedarfs zu finden sein, ein Geschenke- und Blumenladen, ein Eiscafé in den Sommermonaten beziehungsweise eine Pizzeria im Winter und eine Art Hofladen mit Biosortiment.

Den Vorschlag will Bürgermeister Führinger nun zunächst dem Verwaltungsausschuss und dann dem Landkreis vorlegen. Erst wenn der Flächennutzungsplan für die Gemeinde Scharnebeck entsprechend geändert wurde, kann ein Bebauungsplan ausgearbeitet werden. Geduld ist also weiter gefragt: bis man das erste Eis im Ortskern genießen kann, dürfte es noch zwei bis vier Jahre dauern, schätzt Führinger. Und auch wenn, manch eine Handelskette längst mit den Hufen scharrt, Führinger bleibt gelassen. „Wenn wir hier gar keine Einkaufsmöglichkeit hätten, würde ich mehr Druck machen“, sagt er. Zwar könne er verstehen, dass insbesondere der Handel ein Interesse daran habe, „größer und schöner“ zu werden, für ihn aber stehe die Entwicklung des Ortes und des Dorfplatzes im Mittelpunkt: „Den will ich nicht kaputt gehen lassen.“

Von Anke Dankers