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Nina Vogt aus der 10. Klasse macht es sich in der neuen Lounge gemütlich. Hier können alle Oberstufenschüler in Zukunft ungestört ihre Pausen verbringen. Foto: t&w

Wo die Lehrer nichts zu suchen haben

Lüneburg. „Was lange währt, wird endlich gut“, leitete Ari Watzlawik, Vorsitzender des Vereins der Eltern und Freunde der Herderschule seine Rede zu der Einweihung der Mensa und Lounge ein. Fast sechs Jahre dauerten die Planungen und anschließenden Bauarbeiten, die durch komplizierte Untersuchungen des Baugrunds und lange Abstimmungsgespräche immer wieder in Verzug gerieten. Nun sind die beiden neuen Räume für die Schüler des Gymnasiums geöffnet, am Montag wurden sie eingeweiht.

Der Grundstein für die Schüler-Lounge wurde bereits 2013 durch einen Spendenlauf gelegt: mehr als 16.000 Euro erliefen die Schüler für einen Raum, der ihnen als Rückzugsort im stressigen Schulalltag dienen sollte. Über die Jahre hinweg sparte der Förderverein weitere Mittel an und stellte sie der Stadt zur Verfügung, die in beide Projekte insgesamt 2,5 Millionen Euro investierte. „Es ist unsere Aufgabe, den Schulen angemessene Räume zu schaffen, in denen es sich gut lernen und arbeiten lässt“, sagte Oberbürgermeister Ulrich Mägde bei der Einweihung.

Doppelt so groß wie zuvor

Für Alfred Mangold von der Landesschulbehörde ist die neue Mensa enorm wichtig, um das Ganztagsangebot an der Herderschule attraktiver zu machen. „Diese beiden Aspekte bedingen sich gegenseitig“, sagte er: „Eine gute Mensa lockt mehr Schüler in den Ganztag. Je mehr Schüler das Ganztagsangebot annehmen, desto wichtiger ist eine gute Mensa.“ Zurzeit nutzen bereits 628 Schüler das Nachmittagsangebot im Rahmen der offenen Ganztagsschule.

Bis zu 124 Schüler können in der Mensa nun gleichzeitig Platz finden, damit ist sie doppelt so groß wie zuvor. Geöffnet ist sie mittags zwischen 12.30 und 13.45 Uhr. Da nicht alle Schüler zur selben Zeit zu Mittag essen, reiche der Platz aus, erklärte der stellvetretende Schulleiter Lars Bodenstein.

Mit Sesseln und Sitzecken ausgestattet

Auch die Schüler selbst durften ihre Wünsche zu der Gestaltung der Mensa und vor allem der Lounge äußern. „Wir wurden gefragt, wie wir uns die Lounge vorstellen“, berichtete Felix Schäfer aus der 9. Klasse, der Mitglied der Schulgestaltungsgruppe ist: „Das Ergebnis ist zwar ein bisschen kleiner als wir es erwartet haben, entspricht aber ansonsten voll und ganz unseren Vorstellungen.“

Die Schüler-Lounge, die mit Sesseln und Sitzecken ausgestattet ist, soll hauptsächlich den Oberstufenschülern zugutekommen, damit sie dort ihre Freistunden und Pausen in Ruhe verbringen können. „Die Kleinen werden ja irgendwann reinwachsen“, ist Bettina Hellmold, stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, sicher und stellt klar: „Lehrer dürfen vielleicht mal reinschauen, haben dort aber eigentlich nichts zu suchen.“

Von Lilly von Consbruch