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Polizeikontrolle an der Salzstraße am Montag: Hier ist die Durchfahrt tagsüber verboten. Doch das scheint viele Autofahrer nicht zu interessieren. Foto: be
Polizeikontrolle an der Salzstraße am Montag: Hier ist die Durchfahrt tagsüber verboten. Doch das scheint viele Autofahrer nicht zu interessieren. Foto: be

Kleines Waffenarsenal entdeckt

Lüneburg. Die verstärkte Präsenz aktuell ist augenfällig: Immer wieder war die Polizei in den vergangenen Tagen in der Lüneburger Innenstadt mit Mannschaftswagen zu sehen. Das hat einen guten Grund: Die Ordnungshüter haben die Clan-Kriminalität und die Drogenszene in den Blick genommen. Die Kontrollen zeigen auch Wirkung: Die Polizisten ahndeten eine ganze Reihe von Verstößen und stellten mehrere Waffen sicher.

Das Bild vom idyllischen Städtchen am Rand der Heide trügt, das wissen die Lüneburger spätestens seit den Schießereien in der Rotehahnstraße 2011, am Klinikum 2014 und auf offener Straße in Kaltenmoor 2018. Bundesweit Schlagzeilen machte vor allem die Schießerei am Klinikum, damals waren zwei Großfamilien aneinander geraten. Schon vorher waren die Clans für die Polizei keine Unbekannten, spätestens aber seit jener Eskalation haben die Ermittler sie verstärkt im Visier.

Boliden mit aufheulendem Motor

Das Problem, das auch Gesetzeshüter in anderen Städten kennen: Viele Regeln des Zusammenlebens in Deutschland scheinen Angehörigen dieser Familien egal zu sein. Das fängt mit der Straßenverkehrsordnung an. Verbote werden immer wieder ignoriert. Zu beobachten ist das, wenn wieder mal teure Limousinen in der Bardowicker Straße in zweiter Reihe parken, alternativ PS-starke Boliden mit aufheulendem Motor verbotenerweise über den Platz Am Sande oder durch die Sülztorstraße brettern.

Dass manche sich Rechte herausnehmen, die ihnen gar nicht zustehen, auch das will die Polizei mit ihrer verstärkten Präsenz verhindern. In Zusammenarbeit mit Beamten der Bereitschaftspolizei haben sich die Polizisten seit Anfang des Monats immer wieder offen gezeigt oder waren zivil unterwegs, mehr als 400 Personen und Fahrzeuge wurden kontrolliert und durchsucht, Drogen-, Waffen-, Verkehrs- und andere Ordnungsverstöße geahntet. Mehr als ein halbes Dutzend Verstöße gegen das Betäubungsmittel- und Waffengesetz sowie mehr als 150 Verstöße gegen Straßenverkehrsordnung wie eben das Fahren durch die Fußgängerzone und das Parken in zweiter Reihe haben sie geahndet.

Taser, Einhandmesser, Schlagringe

Neben kleineren Mengen Drogen seien auch verbotene Waffen gefunden worden. Polizeisprecher Kai Richter nennt Taser, Einhandmesser, Schlagringe und Teleskopschlagstöcke, die seine Kollegen beschlagnahmt hätten – entsprechende Strafverfahren seien eingeleitet worden.

Quasi als Beifang der Schwerpunktkontrollen haben Beamte am Montagabend Bei der St.-Johanniskirche bei zwei 18 und 19 Jahre alten afghanischen Staatsbürgern mehrere Verkaufseinheiten mit Marihuana sichergestellt. Weitere Kontrollen sollen folgen, kündigt die Polizei an.

Von Alexander Hempelmann