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Vier der Alterslotsinnen, die sich um Senioren ab 70 Jahren kümmern: (von links) Margret Backeberg, Renate Büscher, Britta Jürgens und Monika Rehr. (Foto: tonwert21.de)

Sie erkennen Stolperfallen und bieten Orientierung

Lüneburg. Knapp drei Jahre nach Projektbeginn unterstützen die Lüneburger Alterslotsen jetzt 400 Menschen über 70 Jahre in Stadt und Landkreis Lüneburg dabei, möglichst lange selbstständig zu Hause leben zu können. Dieses Jubiläum vermeldet jetzt die Gesundheitsholding als für die Umsetzung verantwortliche.

„Diese Teilnehmerzahl zeigt, dass die Alterslotsen eine Lücke im Versorgungssystem für ältere Menschen schließen können“, bilanziert Prof. Dr. Christian Maaser, Chefarzt der Klinik für Geriatrie des Klinikums Lüneburg, der gemeinsam mit Dr. Karen Blumenbach, Fachärztin für Allgemeinmedizin und niedergelassene Hausärztin, die ärztliche Projektleitung verantwortet.

Drei examinierte Pflegefachkräfte

Im Projekt „Lüneburger Alterslotsen“ arbeiten drei examinierte Pflegefachkräfte und eine medizinische Fachangestellte mit langjähriger Berufserfahrung im Krankenhaus und im ambulanten Bereich. Die Alterslotsinnen helfen dabei, sich im immer komplexer werdenden Gesundheitssystem zurechtzufinden. Sie besuchen die Projektteilnehmer zu Hause und erfahren so, wo welche Hilfestellung konkret benötigt wird. Die persönliche Situation und das Wohnumfeld werden einbezogen, sodass die individuell passende Unterstützung gefunden werden kann. Dazu zählen beispielsweise das Erkennen von Stolperfallen, Hilfe beim Einrichten eines altersgerechten Bades, Unterstützung bei der Beantragung eines Pflegegrades sowie das Erstellen eines Medikamentenplans.

Gemeinsam wird ein Hilfeplan erstellt, über dessen Maßnahmen die Alterslotsin den Hausarzt informiert. Sie koordiniert die Hilfsangebote auch in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, zum Beispiel dem Lüneburger Senioren- und Pflegestützpunkt, im Fall eines Klinikaufenthaltes mit dem entsprechenden Krankenhaus. Die Lotsin steht in regelmäßigem Kontakt mit „ihren“ Senioren und kann schnell reagieren, wenn sich an deren persönlicher Situation etwas ändern sollte.

Evaluation belegt Erfolge des Projekts

2018 wurden die „Lüneburger Alterslotsen“ vom „ZIG – Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft Ostwestfalen-Lippe“ evaluiert. Dabei zeigte sich unter anderem, dass nahezu zwei Drittel der beteiligten Patienten ihr Gesundheitsverhalten zum Positiven veränderten, ihre Medikamente regelmäßiger einnahmen und ihren Hausarzt regelmäßiger aufsuchten. Die „Lüneburger Alterslotsen“ werden als bedarfsgerechte und patientenorientierte Versorgungsleistung für ältere Patienten und deren Angehörige eingestuft. Sie sind anerkannt und werden weiterempfohlen.

Die „Lüneburger Alterslotsen“ werden vom Landkreis Lüneburg getragen, die Umsetzung haben das Klinikum Lüneburg und die Psychiatrische Klinik als Kooperationspartner unter dem Dach der Gesundheitsholding Lüneburg übernommen. Die Teilnahme am Projekt ist kostenfrei. lz

Mehr Informationen auf www.lueneburger-alterslotsen.de