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Vom Student zum Azubi: Robert Lange macht eine Ausbildung zum Fahrzeugbaumechatroniker. (Foto: tonwert21.de)

Ein Ex-Student auf Abwegen

Robert Lange hat in Jena studiert. Drei Semester Soziologie. Danach war Schluss. „Das Thema hat mich total interessiert. Aber schon im zweiten Semester habe ich gemerkt, dass mir die Theorie zu viel wurde“, sagt der heute 26-Jährige im Rückblick: „Nach drei Semestern wusste ich: Das ist einfach nicht das Richtige für mich.“

„Ich mag die Struktur einer Ausbildung. Man wird mehr an die Hand genommen. Der geregelte Tagesablauf kommt mir sehr entgegen.“
Robert Lange

Außerdem erwartete seine Freundin ein Kind von ihm. Die Zeit großer Entscheidungen war gekommen. „Das Studium rückte schnell in den Hintergrund. Ich musste Geld verdienen.“
Der Abschied aus dem Hörsaal fiel ihm nicht schwer. Inzwischen macht der gebürtige Frankfurter eine Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker in der Feldbinder Spezialfahrzeuge GmbH in Winsen (Luhe).

Mit einem festen Job in Aussicht: Nach seiner Ausbildung wird er als Hydrauliker bei dem Fahrzeughersteller arbeiten. „Besser hätte es nicht kommen können. Meine Entscheidung gegen das Studium und für diese Ausbildung habe ich nie bereut.“

Ausbildung Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker

Gehalt: 1. Jahr: 350 bis 500 Euro; 2. Jahr: 400 bis 540 Euro; 3. Jahr: 460 bis 610 Euro; 4. Jahr: 480 bis 660 Euro

Empfohlener Schulabschluss: guter Hauptschulabschluss

Dauer der Ausbildung: 3,5 Jahre

Arbeitszeiten: Werktags

Zukunfschancen (Weiterbildung, Studium): Weiterbildung zum Meister, Techniker oder Ausbilder möglich, ebenso ein anschließendes Studium.

Voraussetzungen, das wünscht sich dein Ausbildungsbetrieb: Technisches Verständnis, gute Hand-Auge-Koordination

Du solltest Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/in werden, wenn …

  • deine Hände sich erst komplett anfühlen, sobald du Werkzeug darin hältst.
  • die Naturwissenschaften zu deinen Lieblingsfächern zählen.
  • du gutes räumliches Vorstellungsvermögen hast.

Du solltest auf keinen Fall Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/in werden, wenn …

  • du zwei linke Hände hast.
  • moderne Technik dich kaum interessiert.
  • körperliche Arbeit dir keinen Spaß macht.

Quelle: nh/ausbildung.de

Nach seinem Studium jobbte Robert Lange. Er räumte zum Beispiel Regale in einem Supermarkt ein. Und er half in einer Schmiede aus. Sein Ziel: praktische Arbeit. „Ich will am Ende des Tages sehen, was ich geschafft habe.“ Nach einem Praktikum bei Feldbinder in Winsen (Luhe) bekam er schließlich einen Ausbildungsplatz.

Seitdem beschäftigt er sich jeden Tag mit der Pflege und Herstellung von Fahrzeugteilen, vor allem mit Rohren, Ventilen und Schläuchen. Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker wie Robert Lange stellen in der Regel Schäden an und in Fahrzeugen fest, dokumentieren die Ursachen und reparieren die Mängel.

„Dafür braucht man Körperkraft, Motivation und Willen, Hand anzulegen.“ Und auch Handgeschick ist für die Montage- und Reparaturarbeiten von Vorteil. Die Ausbildung gilt als anspruchsvoll.

Moin Future macht Schule

Lehrerinnen und Lehrer aufgepasst:

„Moin Future“ hat mit der LandesschulbehördeUnterrichtsmaterial zur Berufsorientierung erarbeitet. Interesse? Schreiben Sie „Moin-Future“-Projektmanagerin Dana Schumacher: schumacher@lueneburg.ihk.de.

Angehende Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker haben es mit vielen Hightech-Anwendungen zu tun und müssen sich viel Spezialwissen rund um Hydraulik, Pneumatik und Elektronik aneignen.

Vom Student zum Azubi. Ein Problem? „Nein, gar nicht. Als Student macht man mal dies, mal das und ist sehr auf sich allein gestellt“, sagt Robert Lange: „Ich mag die Struktur einer Ausbildung. Man wird mehr an die Hand genommen. Der geregelte Tagesablauf kommt mir sehr entgegen.“

Sein Arbeitstag beginnt morgens um sechs Uhr und endet zwei Uhr nachmittags. „Ich kann also viel Zeit mit meiner Tochter verbringen. Das ist super.“ Dank seiner Studiensemester hat er seine Ausbildungszeit verkürzen können – auf zweieinhalb Jahre statt dreieinhalb Jahre.

Nach seiner Ausbildung kann sich Robert Lange beruflich noch mehr vorstellen. Er denkt über einen Meisterlehrgang und weitere Schritte auf der Karriereleiter nach. „Auf jeden Fall will ich langfristig meine finanzielle Lage stabilisieren, um meine Familie und vielleicht irgendwann auch einmal ein Haus zu finanzieren. Und wer weiß, was sonst noch kommt.“

Hier gibt es die Infos:

www.moin-future.de
www.instagram.com/moinfuture
www.facebook.com/ihklw