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Die alte und die neue „Mentor“-Vorsitzende: Eva Vogt (l.) und Annette Scholing-Grunert. (Foto: t&w)

Struktur in den „Laden“ gebracht

Lüneburg. Dass eine gute Gesprächsatmosphäre eine gute Grundlage nicht nur für den Lernerfolg, sondern auch für ein offenes Gespräch ist, weiß Annette Scholing-Grunert nur zu gut. Seit einem Jahr ist sie beim Verein Mentor, den Lüneburger Leselernhelfern, aktiv, seit einem halben Jahr deren Stellvertretende Vorsitzende. Nun übernahm sie den Vorsitz und verabschiedete ihre Vorgängerin mit einer kleinen „Gesprächseinlage“.

„Mit Kindern zu lesen ist…?“ war eine der Fragen, die Eva Vogt bei dem Satzergänzungsspiel zu beantworten hatte, bevor sie mit einem großen Topf Sommerblumen von der frisch gewählten Vorstandsvorsitzenden verabschiedet wurde. „Unzählige Stunden haben Sie den Kindern und dem Verein geschenkt. Und Sie sind ein Vorbild für Organisation und Verlässlichkeit“, würdigte Annette Scholing-Grunert ihre Amtsvorgängerin Eva Vogt.

2006 war sie zu den Leselernhelfern gekommen, 2009 in den Vorstand gewählt, 2015 übernahm sie den Vorsitz. Zunächst nur kommissarisch, weil sich aber niemand anderes fand, war es für die heute 80-Jährige selbstverständlich, die Aufgabe auch „richtig“ zu übernehmen, zeitweise mit Dietrun Freiesleben als „Doppelspitze“, wie sie sagt.

Verein ist in der Zeit kräftig gewachsen

Vor allem um die Organisation des „Ladens“, wie Vogt den Verein humorvoll nennt, habe sie sich gekümmert, „hier musste mal wieder richtig Ordnung und Struktur ‚reingebracht werden‘“. Dazu gehörte auch, Spender für die Ausstattung der Geschäftsstelle, Fortbildungen und Lernmaterialien zu finden.

Von 30 auf rund 100 Mentoren ist der Verein seit ihrem Eintritt gewachsen, davon etwa 80 Aktive. Stolz aber ist sie darauf, „dass die Kinder gern mit mir zusammenarbeiten wollten“. Besonders ein Erlebnis werde sie nicht vergessen. So habe es einen italienischen Jungen aus Kirchgellersen gegeben, „der wollte in der Schule partout nicht lesen lernen“. Sie nahm sich des Jungen an, „und schon nach vierzehn Tagen rief die Schule erfreut an: Er braucht Sie nicht mehr, er kann es jetzt!“

Ihr Wunsch für den Verein? „Dass er weiter wächst und wir mehr männliche Mentoren finden. Das ist für die Jungen nicht unwichtig.“

Mehr Mitglieder und damit Mentoren als Leselernhelfer ist auch das Ziel von Annette Scholing-Grunert in ihrem neuen Amt. Auch das Thema Fortbildung will sie angehen „und weiter die gute Zusammenarbeit mit den Schulen fördern“, sagt die 70-Jährige. Denn der Bedarf an Mentoren in Stadt und Kreis sei groß: Es gibt zunehmend Probleme in den Schulen mit Schülern, die Deutsch nicht als ihre Muttersprache sprechen.

Bei der Vorstandswahl wurde Ulrike Möckelmann zur Stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, Inge Walter übernahm das Amt der Schatzmeisterin.

Ach ja, die Antwort auf die Satzergänzungsfrage gab Eva Vogt natürlich auch: „Mit Kindern lesen … ist erfreulich und macht Spaß!“

Wer Interesse hat, bei diesem Lesespaß mit Kindern selbst als Mentor mitzumachen, wendet sich per E-Mail an die Adresse info@mentor-lueneburg.de

Von Ulf Stüwe