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Heinzi Schulz ist im Alter von 66 Jahren gestorben. (Foto: t&w)

Ein König der Nacht

Lüneburg. An den Stint-Terrassen ist die Straße – abgesehen von einigen Stammgästen – längst zu einer Toruristenmeile geworden. Ein Stück weiter, da wo‘s abends und vor allem nachts etwas derber zugeht, zieht das Pflaster ein anderes Publikum: Lüneburger feiern dort mit Schlagern bis in den Morgen. Einer der Gastgeber war Heinzi Schulz. In der Nacht zu Freitag ist er im Alter von 66 Jahren gestorben. Viele, die ihn kannten, trauern. Bei Facebook macht die Nachricht sofort die Runde: Ein König der Nacht ist gegangen.

Heinzi hatte seit Jahrzehnten einen besonderen Laden, in dem die 80er und 90er fortlebten. Man trifft Mädels in reiferen Jahren mit hochtoupierten Haaren, ihre Begleiter haben gern das Hemd einen Knopf mehr offen, um eine schwere Halskette zu zeigen. Marianne Rosenberg und Modern Talking geben den Sound für die Party.

Heinzi, der Männer sehr mochte, war mit allen im Gespräch. Ein Drink und eine Zigarette gehörten dazu – und natürlich ein bezauberndes Lächeln. Heinzi hat versucht, die Tradition der Stint-Feste fortzusetzen. Das wirkte manchmal ein wenig skurril, denn die Bühne auf der Straße bestand aus einem Bierbuden-Tresen, Musik aus der Konserve und Sängern, die mit Schmelz und zu viel Gefühl von Liebe und Freundschaft sangen. Weil es so aus der Zeit gefallen war, war es fast Kult. So wie seine Geburtstagsparty zum 60. im Jahr 2012, als er gleichzeitig Halloween feierte.

Vor ein paar Jahren ist Heinzi, der am Stint lebte, ins zweite Glied zurückgetreten. Jörg Humpke übernahm die Ente, doch Heinzi blieb als Mitarbeiter. Nun hat er seine letzte Schicht hinter sich. Vielleicht findet er oben auf Wolke 7 einen neuen Tresen, dann läuft im Hintergrund bestimmt: „Er gehört zu mir wie sein Name an der Tür…“ Fare well, Heinzi. ca