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Studentinnen begleiten das Zeitungsleser-Projekt in den Schulen wie hier im Unterricht mit Achtklässlern an der Oberschule in Bardowick. Foto: t&w

LZ-Schlagzeilen bestimmen den Unterricht

Bardowick. Ungewöhnliche Stille herrscht an diesem Morgen im Deutschunterricht der Achtklässler an der Hugo-Friedrich-Hartmann-Schule. Nicht etwa, weil eine Klausur geschrieben wird oder eine Pflichtlektüre auf dem Stundenplan steht. Stattdessen liegt auf jedem Platz die aktuelle Landeszeitung. Abbas widmet seine Aufmerksamkeit vor allem den Fußball-Tabellen, während Achmed sich mehr für Rennsport interessiert. Dennis liest lieber Polizeimeldungen. Und Jasmin erzählt begeistert: „Ich habe neulich von dem Foodtruck-Festival in der Zeitung gelesen. Deswegen bin ich an dem folgenden Wochenende dann dort gewesen und habe mir einen leckeren Burger geholt.“

Auch in diesem Jahr startet die Landeszeitung des Projekt „Zeitungsleser – Weltentdecker“. Das Prinzip: Für die Dauer von sechs Wochen erhalten Schulklassen in Lüneburg und Umgebung täglich gratis Klassensätze der Lüneburger Landeszeitung morgens in ihre Schule geliefert. Zwanzig Minuten ist es dann sehr still, denn dann lesen die Schüler – das ist die einzige Bedingung. Was und in welcher Reihenfolge sie lesen, wählen sie selbst.

Studenten der Leuphana sind dabei

Die Unterrichtseinheit „Zeitungsleser – Weltentdecker“ umfasst fünf bis sechs Doppelstunden, Studenten der Leuphana sind dann dabei. „Das Projekt wird durch ein Seminar der Universität im Rahmen des Komplementärstudiums begleitet. Wir behandeln Themen wie Lesesozialisation, Leseförderung, Zeitungswissen und Medienkunde“, erklärt Larissa Pohl. Zusammen mit Neele Janßen begleitet sie eine der teilnehmenden Klassen der Oberschule Bardowick. Beide studieren Grundschullehramt im vierten Semester und kennen sich auch privat. „Ich war positiv überrascht. Die Schüler waren super ruhig und gefasst. Das Projekt bietet uns auch gleichzeitig einen tollen Einblick in den Schulalltag“, erzählt Neele Janßen.

Gemeinsam mit den Schülern wollen sie am Ende des Projektes eine digitale Klassenzeitung erstellen. Unterstützt werden sie dabei von dem Kurslehrer Claus-Dieter Meier-Kybranz. Ihm ist ein sensibler Umgang der Schüler mit Medien besonders wichtig.

Neue Lesemotivation entwickeln

„Unser Ziel ist die Leseförderung von Schülern der sogenannten ‚PISA-Risikogruppe‘ – also Jugendlichen mit geringer Lesekompetenz. Mit Hilfe der Tageszeitung sollen die Schüler neue Lesemotivation entwickeln“, sagt Eckhard Ninnemann, Dozent des begleitenden Uni-Seminars. Bisher habe das Projekt Erfolg gezeigt. „Die meisten Schüler hatten mehr Lust am Zeitungslesen, nachdem die LZ in die Klassen kam“, berichtet Ninnemanns Dozenten-Kollege Klaus Schröder. „Besser als normaler Unterricht ist das allemal“, sagt Schüler Kim grinsend.

Von Malin Mennrich