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Der Emmi-Senking-Kindergarten in Adendorf: Schräg gegenüber, auf dem Parkplatz, sollen in diesem Sommer die Raumcontaineranlagen installiert werden. Foto: be

Noch mehr Kindergartenplätze

Adendorf. Kontinuierlich hat die Gemeinde Adendorf in den vergangenen Jahren die Zahl der Plätze in ihren Kindergärten und -krippen erhöht. Insgesamt rund 400 Kinder werden im Ort allein in Kindergärten betreut – aber die Plätze reichen immer noch nicht: Einstimmig beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung die Anmietung einer Raumcontaineranlage für zwei Jahre. Die Anlage soll auf dem Gelände des Emmi-Senking-Kindergartens installiert werden.

25 weitere Kindergartenplätze, so Fachbereichsleiterin Sandra Eddelbüttel, sollen durch die Anmietung der Container geschaffen werden. Grund für den erhöhten Bedarf ist die Änderung des Niedersächsischen Schulgesetzes – danach kann der Einschulungstermin für Kinder, die zwischen dem 1. Juli und 30. September das sechste Lebensjahr vollenden, um ein Jahr nach hinten verschoben werden. Die Nachfrage danach sei in Adendorf groß, sagte Eddelbüttel.

Durch die Erweiterung des Kindergartenplatzangebots entstehen für die Gemeinde Adendorf im laufenden Jahr zusätzliche Aufwendungen in Höhe von 144.670 Euro, hauptsächlich Mietkosten und Personalaufwendungen. Denen stehen Erträge in Höhe von rund 70.000 Euro gegenüber. Die restlichen 74.670 Euro müssen aus dem Gesamthaushalt gedeckt werden. Durch die Anmietung der Raumcontaineranlage verschafft sich die Gemeinde Zeit für Planung und Bau eines weiteren Kindergartens.

Gesetzesänderung erhöht die Nachfrage

So einig wie sich die Adendorfer Ratsmitglieder beim Thema Raumcontaineranlage für Kindergartenkinder waren, so heftig stritten sie einmal mehr darüber, ob in Teilen des Kirchwegs die Einrichtung eines Shared-Space-Bereichs, also eines Bereichs, in dem alle Verkehrsteilnehmer sich auf einer gemeinsamen Fläche bewegen, sinnvoll ist.

Eine deutliche Mehrheit sprach sich am Ende gegen den Antrag der Gruppe CDU/FDP aus, wonach der Rat den Verkehrsgutachter der Gemeinde beauftragt, „einen ‚shared space‘ auf dem Kirchweg zwischen dem Bültenweg und der Von-Stauffenberg-Straße zu prüfen und vorzusehen“.

An anderen Orten und in anderen Ländern gebe es bereits Shared-Space-Bereiche, erklärte Gunther von Mirbach, Vorsitzender der CDU-Fraktion. Auch in Adendorf solle das Thema „unter Bürgerbeteiligung“ intensiv beraten werden. Während Bärbel Sasse, Chefin der Grünen, die vom Verkehrsgutachter empfohlene Temporeduzierung auf 30 km/h, später auf 20 km/h, favorisierte, fehlte Hans-Dieter Wilhus (Abae) im Antrag der Gruppe CDU/FDP ein „Finanzierungsvorschlag“.

Keine Einigkeit über „shared space“

Das Problem im Bereich Kirchweg „allein mit einer Temporeduzierung beheben zu wollen, greift zu kurz“, hielt Daniel Schneider (FDP) den Kritikern entgegen. Und er mahnte an, ernsthaft „über die Weiterentwicklung des Ortszentrums“ zu diskutieren. Nur sieben Ratsmitglieder stimmten für den Antrag der Gruppe CDU/FDP, drei enthielten sich, der Rest stimmte dagegen.

Mit großer Mehrheit (sechs Neinstimmen, eine Enthaltung) stimmte der Rat dann dafür, für die Dorfstraße, im Bereich Kurve am Erbstorfer Feuerwehrhaus bis zur Kreisstraße 53, eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h beim Landkreis zu beantragen. Zurückgestellt wurden die Pläne, in Teilen des Kirchwegs und der Straße Im Suren Winkel Tempo 30 zu beantragen.

Knapp drei Jahre nach der Kommunalwahl gibt es einen Wechsel im Adendorfer Rat: Matthias Wiebe (Grüne) scheidet aus, für ihn rückt Karl-Heinz Zcernikow nach. Für Wiebe amtiert Ulrich Sauke-Gensow künftig als 1. stellvertretender Ratsvorsitzender.

Von Ingo Petersen