Dienstag , 17. September 2019
Aktuell
Home | Lokales | „Das ist so nicht akzeptabel“
Es wird weiter gerungen werden um die Frage, wo die Züge in und um Lüneburg künftig fahren sollen. (Foto: Stadt Lüneburg)

„Das ist so nicht akzeptabel“

Lüneburg. Bei einem Treffen in Hannover haben in dieser Woche Gutachter von Bahn und Bund erneut über Varianten eines dreigleisigen Ausbaus des Schienennetzes zwischen Lüneburg und Uelzen informiert. Nachdem sie im Februar und im April den geladenen Vertretern aus der Region ihre fachlichen Einschätzungen zu zwei Varianten vorgestellt hatten, ging es dieses Mal auch um die dritte zu untersuchende Variante mit Ortsumfahrungen. Und die stößt bei Stadt und Landkreis Lüneburg auf viel Kritik. In einer gemeinsamen Presseerklärung begründen sie ihre Ablehnung.

Die Variante sehe vor, dass Lüneburg und Deutsch-Evern westlich eng umfahren werden. Dafür müssten die Züge zwischen Radbruch und Bardowick ausscheren und sich vor Bienenbüttel wieder einfädeln. Nach Bienenbüttel ist erneut eine Ausfädelung vorgesehen, um Bad Bevensen zu umfahren und danach wieder auf die Hauptstrecke einzufädeln. Gedacht ist an zweigleisige Strecken, die für Geschwindigkeiten bis zu 230 beziehungsweise 250 Kilometer pro Stunde ausgebaut werden.

Neue Trasse dicht am Stadtgebiet

Was das für Lüneburg bedeuten würde, skizziert Markus Moßmann, Verkehrsdezernent der Stadt: „Neben umfangreichen Umbauten im Lüneburger Stadtgebiet, um die Kapazitäten im Bahnhofsbereich zu erweitern, käme noch eine Neubaustrecke unmittelbar westlich von Lüneburg hinzu. Auf ein drittes Gleis zwischen Lüneburg und Uelzen entlang der Hauptstrecke würde nach dieser Variante wohl verzichtet.“

Der Radius für die Umfahrung läge laut Gutachtern bei rund fünf Kilometern und damit sehr dicht westlich des Stadtgebietes. Moßmann: „Diese Variante mit diesen Ortsumfahrungen ist aus Lüneburger Sicht nicht akzeptabel. Im Osten die Bundesstraße beziehungsweise Autobahn, die Haupteisenbahnstrecke im Stadtgebiet und dann noch eine Ortsumfahrung westlich davon. Die Meinung der westlich von Lüneburg gelegenen Gemeinden dürfte ähnlich sein.“

Variante brächte kaum Zeitgewinn

Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer bekräftigt: „Genau diese Situation ist den Menschen in unserem Landkreis nicht zuzumuten. Das Land muss großräumig auf fachlich fundierter Grundlage nach Alternativen suchen. Deshalb fordern wir ein Raumordnungsverfahren.“

Ausführungen machten die Gutachter auch zu den technischen Möglichkeiten für die geplante Geschwindigkeitserhöhung auf 230 Stundenkilometer. Diese wären technisch und baulich nur begrenzt realisierbar und auch nicht auf der gesamten Strecke von Stelle über Lüneburg bis Uelzen machbar. Doch wenn die Züge in Folge dessen immer nur abschnittsweise schneller fahren könnten, halte sich laut Gutachtern der Zugewinn in Grenzen. Moßmann: „Das bestätigt uns in unserer Kritik, dass bei dieser Variante nicht die eigentlich gewünschte Fahrzeitverkürzung erzielt werden kann.“

In Sachen Bahnausbau wird es weitere Treffen geben. Ein nächster Termin steht noch nicht fest. Stadt und Landkreis Lüneburg lehnen Alpha E entschieden ab. Sie halten den zur Diskussion stehenden dreigleisigen Ausbau nicht für ausreichend, um mehr und zeitnah zusätzliche Kapazitäten für Pendler zu schaffen und zugleich dem steigenden Güterverkehr gerecht zu werden. Sie fordern anstelle eines Ausbaus der Bestandsstrecke den Bau einer zweigleisigen Trasse entlang der A7. lz