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So soll die Grundschule Melbeck nach dem Entwurf aussehen: mit größerer Mensa und neuem Eingang. Grafik: Oldenburg.Plesse

Debatte über Grundschulen

Melbeck/Deutsch Evern. Der Um- und Ausbau der Grundschule in Melbeck nimmt Formen an: Vier neue Klassenräume sollen unter anderem angebaut werden, eine neue Mensa entstehen. Rund 3,15 Millionen Euro sind für die Umbaumaßnahme veranschlagt. Während der jüngsten Sitzung des Bau,- Planungs- und Umweltausschusses der Samtgemeinde Ilmenau wurden allerdings noch einmal Änderungswünsche geäußert: Danach soll die Mensa gegenüber der ursprünglichen Planung um 24 Quadratmeter größer werden. Der Vorschlag, von Melbecker Ratsmitgliedern vor wenigen Wochen im Arbeitskreis formuliert, stieß jetzt aber auch bei den Mitgliedern des Bauausschusses auf Wohlwollen – zumal die Mehrkosten von voraussichtlich 51.000 Euro die Gemeinde Melbeck tragen wird.

„Wir hoffen, dass wir im Frühjahr 2020 mit den Bauarbeiten beginnen können“, sagte Architekt Frank Plesse vom Architekturbüro Oldenburg.Plesse. Sein Büro hatte im Februar den Architektenwettbewerb gewonnen, den die Samtgemeinde für den Grundschul-Umbau ausgeschrieben hatte.

Ein Puffer ist eingeplant

Sorge haben die Kommunalpolitiker nun allerdings, dass die ermittelten Kosten aus dem Ruder laufen könnten: Dieter Konrad (SPD) forderte deshalb, dass mit den Bauarbeiten erst begonnen wird, „wenn alle Kosten auf dem Tisch liegen, damit es hinterher keine unliebsamen Überraschungen gibt.“ In die aktuelle Kostenberechung sei zwar ein Puffer eingeplant, Plesse riet den Kommunalpolitikern, „in den Haushalt trotzdem Risikokosten einzuplanen“.

Noch ganz am Anfang steht dagegen das zweite große Schulbauprojekt der Samtgemeinde – der geplante Neubau der Grundschule in Deutsch Evern: Erneut ging es im Ausschuss vor allem um die Frage, wie sich die Einwohnerzahl in Deutsch Evern entwickelt, wie viele Kinder in den nächsten Jahren eingeschult werden, wie groß das Schulgebäude also geplant werden muss: zwei-, zweieinhalb oder dreizügig? Für Samtgemeindebürgermeister Peter Rowohlt (SPD) ist das keine Frage: Er macht sich für den Bau einer dreizügigen Grundschule stark. Genauso wie Ratsfrau Barbara Beenen (SPD): „Der Zuzug junger Familien nach Deutsch Evern wird zunehmen“, ist sie sich sicher, verwies dabei auch auf das LZ-Interview mit Ulrich Mädge, in dem sich Lüneburgs Oberbürgermeister über den hohen Siedlungsdruck auf die Hansestadt äußerte. Zudem arbeite der Landkreis an der Änderung des Regionalen Raumordnungsprogramms, sodass auch Deutsch Evern mehr Baugebiete ausweisen könne.

Vier Ja-, eine Nein-Stimme und eine Enthaltung

Dieter Konrad (SPD) überzeugte das nicht. Er kritisierte unter anderem, dass die Samtgemeinde erst jetzt die Schülerzahlen geliefert habe, nachdem er sie lange Zeit vergeblich angemahnt habe. Darauf Rowohlt: „Bereits im Oktober 2018 wurden im Schulausschuss die Grundschul-Prognosen für die Kita-Bedarfsplanung im Landkreis genannt.“

„Der Zuzug junger Familien nach Deutsch Evern wird zunehmen.“
Barbara Beenen (SPD)

Ähnlich wie für die Grundschule Melbeck plant die Samtgemeinde nun auch für Deutsch Evern einen Architektenwettbewerb. Die Kriterien dafür stellten die beiden Architekten Dietrich Hartwich und Anke Bartsch vor, die zuvor auch schon den Arbeitskreis beraten hatten, der sich mit dem pädagogisch-funktionalen Konzept und dem Raumprogramm für den Grundschul-Neubau befasst hat. Nach langer Debatte empfahl der Ausschuss mit vier Ja-, einer Nein-Stimme und einer Enthaltung, den Architektenwettbewerb für einen dreizügigen Neubau auszuschreiben.

Und wie geht es weiter? Zunächst muss die Gemeinde Deutsch Evern den Bebauungsplan Moorfeld ändern. Dann kann der Architektenwettbewerb auch vom Samtgemeinderat beschlossen werden.

Von Klaus Reschke