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Luftaufnahme der Arena-Baustelle von Mitte Mai: Derzeit werden nur noch wenige Arbeiten ausgeführt, da die Gebäudestatik noch nicht geprüft ist. Foto: skyimage21/A

Arena-Papier sorgt für Unmut

Lüneburg. Es sollte der Beginn einer neuen Offenheit und Transparenz in der Diskussion über die Arena Lüneburger Land werden. Doch schon im Vorfeld der Sitzung des Hochbauausschusses des Kreistags am kommenden Dienstag zeichnet sich ab: Daraus wird wohl nichts werden.

Sind viele Abgeordnete schon darüber verstört, dass sich erneut auch im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung ein Arena-Tagesordnungspunkt findet, bringt die vom Innenministerium in Hannover angeforderte Stellungnahme des Landkreises zu dem Millionen-Projekt Kommunalpolitiker wie den CDU-Fraktionschef Günter Dubber erst so richtig auf die Zinne: „Ich habe nicht das Gefühl, dass die Spitze der Kreisverwaltung irgendetwas aus den Gesprächen der vergangenen Wochen gelernt hat.“

Erst bei der Kreistagssitzung Mitte Mai hatte sich Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) für die vielen Fehler, die bei dem auf 25,7 Millionen Euro taxierten Projekt gemacht worden sind, bei den Abgeordneten entschuldigt. Die aktuelle Stellungnahme wertet Dubber nun als Rückfall in alte Zeiten. „Hier wird versucht, etwas schönzufärben, was nicht schönzufärben ist“, sagt der Christdemokrat. Vor allem eine Passage des siebenseitigen Papiers, das der LZ vorliegt, treibt dem Fraktionschef die Zornesröte ins Gesicht. Dabei geht es um die Gesamtkostenübersicht, die der damalige Bauleiter am 27. November 2018 an den Ersten Kreisrat Jürgen Krumböhmer, damalsProjektleiter, schickte.

Kostensteigerung in Übersicht deutlich zu erkennen?

Aus der Übersicht ergibt sich eine Kostensteigerung von rund 1,7 Millionen Euro. Diese sei jedoch nicht ausdrücklich als Ergebnis ausgewiesen gewesen, heißt es in der Stellungnahme. Und weiter: „Spontan konnte Herr Krumböhmer den Kostenanstieg weder der Höhe noch den Ursachen nach erklären.“ Für Dubber ist „diese Behauptung schlicht unwahr“. Vielmehr sagt der Christdemokrat: „Die Gesamtkostenübersicht weist deutlich einen Betrag von 21,6 Millionen Euro ohne Grundstück aus. Die deutliche Kostensteigerung ist auf den ersten Blick zu erkennen.“ Nun erwartet Dubber, dass der Passus korrigiert wird: „Das kann so nicht stehen bleiben.“

Irritiert ist auch der grüne Kreis- und Landtagsabgeordnete Detlev Schulz-Hendel, dessen Anfrage an die Landesregierung Auslöser für die Anforderung der Stellungnahme war. „Für mich macht diese Antwort deutlich, wie wenig ernst der Landrat die Gesamtsituation nimmt.“ Das Papier sei mehr „ein Rechtfertigungsversuch, als Ausdruck der transparenten Aufklärung, die die Kreisverwaltung versprochen hat“. Und der Grüne kündigt an, mit weiteren Anfragen dafür zu sorgen, „dass das Innenministerium als Kommunalaufsicht am Ball bleibt“.

„Zu bemängeln ist vor allem die Naivität“

SPD-Fraktionschef Franz-Josef Kamp sieht die Formulierungen in der Stellungnahme weit aus gelassener. „Was bringt das?“, fragt er. „Ich gehe zu 100 Prozent davon aus, dass wir als Kreistag von der Verwaltung nicht getäuscht worden sind.“ Vielmehr hätten die Verantwortlichen bis zur endgültigen Entscheidung des Kreistags am 17. Dezember 2018 gedacht, „die Kostensteigerungen seien vom Tisch“. Durch Sparvorschläge, die sie zuvor erarbeitet hatten, um die Investitionssumme für die Arena unter 20 Millionen Euro zu halten.

Für diese Version spricht eine andere Passage in dem Papier. Dort heißt es: „Da die Verwaltungsleitung das Ausmaß der Kostensteigerung nicht auf Anhieb erkannte und zudem durch diverse Einsparvorschläge glaubte, diese ausgeglichen zu haben, wurde die Summe von 19,4 Millionen Euro in der Kreistagssitzung vom 17.12.2018 nicht verändert.“ Daraus lässt sich auch ableiten, warum Kamp urteilt: „Zu bemängeln ist vor allem die Naivität, mit der das Projekt angegangen worden ist.“

Die Sitzung des Hochbauausschusses beginnt am Dienstag, 4. Juni, um 15 Uhr im Sitzungssaal des Kreishauses, Auf dem Michaeliskloster 4, in Lüneburg.

Von Malte Lühr